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| 01:02 Uhr

Grand Prix ohne große Namen

Renommierte Musiker sollen in diesem Jahr die deutsche Grand-Prix-Ehre retten – allerdings nur als Promi-Paten. Deutschrocker wie Udo Lindenberg und Heinz-Rudolf Kunze mischen bei der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest am 12. Von Dorit Koch

März in Berlin mit, wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) gestern in Hamburg mitteilte. Ins Rennen schicken die Plattenfirmen aber vor allem weniger bekannte Künstler. Neben dem Pop-Duo Orange Blue gehören noch Ellen ten Damme und Stefan Gwildis zu den Bewerbern, die die meiste Erfahrung im Showgeschäft vorweisen können.
Insgesamt bis zu zwölf Künstler, "denen die deutsche Musikbranche internationale Erfolgschancen zutraut", sollen in der ARD-Show auftreten, wie der zuständige NDR mitteilte. Neun Namen stehen bereits fest: Musiker Kunze etwa setzt auf die Band Allee der Kosmonauten, Lindenberg auf die Schauspielerin und Sängerin Ellen ten Damme, die regelmäßig in seinen Konzerten auf der Bühne steht. Das Pop-Duo Orange Blue, das schon mit Hits wie "She's Got That Light" und "The Sun On Your Face" die Charts stürmte, will mit seinem neuen Song "A Million Teardrops" für Deutschland singen.
Doch nachdem sich im vergangenen Jahr namhafte Musiker wie Sabrina Setlur, Scooter oder Laith Al-Deen dem Publikum gestellt hatten, treten diesmal überwiegend unbekannte Gesichter an. Bands wie die Murphy Brothers oder Königwerq sowie die Ex-"Bravo TV"-Moderatorin Mia Aegerter und Sängerin Villaine dürften vielen TV-Zuschauern nicht sonderlich vertraut sein. Das Duo Under One Flag, zu dem sich die Castingshow-Teilnehmer Nicole Süßmilch und Marco Matias gefunden haben, tritt sogar erstmals gemeinsam auf. Dagegen ist der 47-Jährige Gwildis schon deutlich länger im Geschäft.
In der ARD heißt es erstmals an einem Samstagabend zur besten Sendezeit "Germany 12 Points!", moderiert von Reinhold Beckmann. Per T-Vote-Call und SMS soll dann in zwei Wahlgängen der Sieger gekürt werden. Zu den internationalen Gästen in der Arena Berlin-Treptow gehört neben Patricia Kaas auch die ukrainische Grand-Prix-Siegerin Ruslana. In der Hauptstadt ihres Landes, Kiew, geht am 21. Mai der 50. Eurovision Song Contest über die Bühne.
Grand-Prix-Veteran Ralph Siegel tritt gleich mit mehreren Künstlern beim nationalen Finale in Malta an und soll auch mit einer Teilnahme an der polnischen Qualifikation liebäugeln, wie der NDR auf seiner Homepage ( www.ndrtv.de/grandprix) berichtet.
Eine zehnte Anmeldung für den deutschen Wettbewerb stehe noch unter Vorbehalt, hieß es. Überraschungen sind aber auf jeden Fall noch möglich: Die Veranstalter halten zwei "Wildcards" für Chart-Platzierungen in den Top 40 bereit. Die Frist dafür läuft wenige Tage vor dem Finale von Stefan Raabs "Bundesvision Song Contest" (12. Februar) ab. Der Sieger aus der ProSieben-Show "TV Total" könnte dann nur dabei sein, wenn er sich zuvor bereits über die "Wildcard" qualifiziert hat.
Raab lässt in seiner Show 16 Künstler für jeweils ein Bundesland antreten. Zu seinen Kandidaten gehören die Bands Deichkind, Fettes Brot und Juli sowie die Musiker Sammy Deluxe und Sandy, aber auch De Randfichten ("Holzmichl").