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| 02:37 Uhr

Gottes Kinder, wo auch immer, keiner ist allein

Hannover/Wittenberg. Martin Luther als Musical-Star: Er reformierte die Kirche, nun wird seine Geschichte ins 21. Jahrhundert und damit in die Popkultur katapultiert. dpa/pb

Das Pop-Oratorium "Luther" hat am Sonnabend in Hannover die Deutschlandtour vor mehr als 6000 Zuschauern gestartet. Immer dabei ist ein gigantischer Chor, der sich aus Sängerinnen und Sängern der jeweiligen Regionen zusammensetzt. Knapp 2600 Ehrenamtliche unterstützen die Darsteller auf der Bühne an den zwei Abenden in Hannover. Bundesweit haben sich mehr als 20 000 Menschen angemeldet.

Das Ensemble aus professionellen Musical-Darstellern schmettert mit einem Orchester und einer Rockband die schwungvollen Lieder. Klatschen, Wippen, die Zuschauer lassen sich mit- und hinreißen. Den Luther gibt Frank Winkels. Obwohl im Stück immer wieder der Frage nachgegangen wird, wer dieser Mönch war, ist die Darstellung auf der Bühne wenig facettenreich. Es ist der Held, der keiner sein wollte, aber aus Überzeugung die Wahrheit gefunden zu haben und wegen seines Glaubens, doch dazu wurde.

Kritische Überlegung, etwa ob Luther ein Antisemit war oder wie es um seinen psychischen Zustand bestellt war, tauchen nur in einzelnen Zeilen auf. Mehr Platz bekommen die Umstände der damaligen Zeit, in der mit Ablassbriefen Handel getrieben wurde und in der Kaiser und Kirche noch unantastbar waren.

Ausgearbeitet wurde das Stück vom Komponisten Dieter Falk: ".Selber denken' ist für mich die eigentliche Überschrift des Stücks und zugleich mein Lieblingstitel." Die Texte hat Michael Kunze geschrieben. "Ich bin überzeugt, dass die Lieder eine Art neue evangelische Schlager werden", sagte Margot Käßmann, Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche für das Reformationsjahr. Die Botschaft im Stück lautet immer wieder: "Wir sind Gottes Kinder, wo auch immer: Keiner ist allein."

Am 26. August gastiert das Musical an der Schlosskirche Wittenberg.