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Götterhimmel über dem Kloster

Als "aktuell, satirisch und kurzweilig" beschreibt Frauke Bischinger, verantwortlich für Kostüme, den Orpheus.
Als "aktuell, satirisch und kurzweilig" beschreibt Frauke Bischinger, verantwortlich für Kostüme, den Orpheus. FOTO: MOZ/Janet Neiser
Neuzelle. "Orpheus in der Unterwelt" erwartet die Besucher des Musiktheaterfestivals der Oper Oder-Spree. Auch Opernkurs-Teilnehmer stellen sich vor. Janet Neiser

(MOZ) Der Kartenvorverkauf für die Oper Oder-Spree im August läuft besser denn je. Das zumindest teilten die Veranstalter in dieser Woche mit. "Die Oper ist fertig inszeniert, jetzt muss sie noch poliert werden", betont Tilmann Schladebach von der Stiftung Stift Neuzelle. Sie funktioniert den Kreuzhof des Klosters seit dem Jahre 2001 immer im Sommer zur Opernbühne um - in Kooperation mit der Burg Beeskow.

Diesmal steht Jacques Offenbachs Oper "Orpheus in der Unterwelt" (1858) auf dem Programm. "In der Musikwissenschaft gilt dieses wunderbare Stück als Startschuss der Operette", sagt Schladebach. "Es ist aktuell, satirisch und kurzweilig", fügt Frauke Bischinger hinzu, die für die Ausstattung zuständig ist. Kein Wunder: Intrigen, die Doppelmoral der besseren Gesellschaft und natürlich die Liebe versprechen beste Unterhaltung. Letztlich karikiert Offenbach mit der Handlung die griechische Sage von Orpheus und Eurydike.

Aus 90 jungen Opernsängern, die sich für die Oper Oder-Spree beworben hatten, wurden laut der Stiftung Stift Neuzelle elf ausgewählt. Und die werden im wahrsten Sinne des Wortes göttliche Rollen haben. Pluto, Jupiter, Mars, Juno, Venus und Bacchus gibt es da neben Orpheus und Eurydike beispielsweise. "Der ganze Götterhimmel ist bevölkert", sagt Schladebach. Zudem sei da noch eine ganz spezielle Rolle - und zwar die öffentliche Meinung. "Da ist eine moralische Instanz auf der Bühne, und das bietet viele Möglichkeiten für die Inszenierung. Ein unglaublicher Kunstgriff des Komponisten also." Der es zudem leicht mache, das Stück in die moderne Zeit zu transportieren. "Die öffentliche Meinung wird für ziemlichen Wirbel sorgen", freut sich Frauke Bischinger, die zum vierten Mal bei der Oper Oder-Spree dabei ist und vor allem die Zusammenarbeit mit den jungen Künstlern schätzt.

Doch die Oper ist nur ein Teil des Musiktheaterfestivals, das vom 3. bis 20. August die Sommernächte in Neuzelle, der Ragower Mühle und Beeskow versüßen wird. Dafür sorgen die elf Darsteller in "Orpheus in der Unterwelt" sowie 21 Sänger aus 13 Nationen des Internationalen Opernkurses. Sie werden einen festlichen Liederabend, die Oper in der Scheune und eine Operngala gestalten.

In den Vorjahren war auch die Frankfurter Messe- und Veranstaltungs GmbH ein Partner der Oper Oder-Spree. Sie hat sich 2017 allerdings ausgeklinkt. "Wir wollen jedoch wieder kooperieren", sagt Schladebach. Es habe bereits Gespräche gegeben. Anvisiert werde nun das Jahr 2019.

Tickets und Termine unter www.operoderspree.de