"Jubiläen der deutschen Klassiker Goethe, Schiller, Herder und Wieland gehen im Grunde genommen an Weimar vorbei", sagte der Vorsitzende des Freundeskreises, Dieter Höhnl. Die Ankündigung des Präsidenten der Klassik Stiftung Weimar, Hellmut Seemann, dort 2009 zum 250. Geburtstag des Dichters kein Schillerjahr zu veranstalten, nannte Höhnl einen Skandal. Sie verstoße gegen die Grundaufgabe der Stiftung, das klassische Erbe zu bewahren und für die Nachwelt zu erhalten. "Es ist für mich eine Preisgabe der Konzeptionalität ohne Not. Man kann vieles machen, nur nicht über die Protagonisten jener Zeit hinweggehen", sagte Höhnl, der seit zehn Jahren den 1910 gegründeten Freundeskreis leitet.
Die bis auf eine Ausstellung zum Jahresende fast vollständige Ignorierung des 250. Geburtstages Schillers reihe sich ein in ähnliche Vorgehensweisen bei Jubiläen der Weimarer Geistesgrößen, monierte Höhnl. "Damit der 175. Todestag Johann Wolfgang Goethes am 22. März in Weimar nicht auch kaum beachtet verstreicht, organisieren wir mit dem Goethe-Gesellschaft und der Stadt Weimar eine Tagung." (dpa/ik)