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Görlitz-Krimis laufen am 8. und 15. Dezember in der ARD

"Wolfsland" in Görlitz Im Foto (v.l.n.r.): Götz Schubert (Rolle Burkhard "Butsch" Schulz), Yvonne Catterfeld (Rolle Viola Delbruck)
"Wolfsland" in Görlitz Im Foto (v.l.n.r.): Götz Schubert (Rolle Burkhard "Butsch" Schulz), Yvonne Catterfeld (Rolle Viola Delbruck) FOTO: C MOLINA FILM (obs/ARD Das Erste)
Görlitz. Jetzt ist es raus, der lange geheim gehaltene Sendetermin für die beiden in Görlitz gedrehten Krimis steht fest. Sie laufen am 8. und 15. Dezember in der ARD – und zeigen Görlitz von ganz neuen Seiten. Bodo Baumert

In den beiden "Wolfsland"-Krimis soll Görlitz endlich einmal mehr sein als Hollywoodkulisse. "Die Stadt hat bislang nicht als lebendige Kommune, sondern lediglich als pittoreske Kulisse eine filmische Rolle gespielt. In Wolfsland darf die Stadt Görlitz ganz sie selbst sein." So hatte der der MDR zum Drehstart im vergangenen Jahr vollmündig angekündigt.

Herausgekommen ist ein mystisches, ein dunkles Bild der Stadt. Positiv: Es gibt wirklich mal mehr zu sehen als die schöne Altstadt: graue Wohnbauten, Ruinen, Natur. Vieles ist leider auf Klischee: Die Jugendlichen auf Alkohol und Crystal Meth, der graue Wolf, der sich am Rande des Waldes zeigt, der Kommissar, der Mystisches zitiert. Das erinnert vom Flair ein wenig an den Spreewaldkrimi. Ist die Lausitz wirklich so düster?

Davon mal abgesehen ist der erste Teil von Wolfsland ein guter Film. Yvonne Catterfeld und Götz Schubert wissen in ihren Rollen als kauzige Ermittler, für die das Wort Team nicht zu passen scheint, zu gefallen. Die Story nimmt den Zuschauer mit, auch wenn auch hier die alte Tatort-Weisheit zutrifft: Mehr als eine Leiche ist zu viel. Das Ganze wirkt stimmig - und macht Lust auf mehr. Noch halten sich ARD und MDR bedeckt, ob es nach den ersten zwei Folgen weitergeht. Zu wünschen wäre es diesem Ermittlerteam - und dieser Stadt. "In der Stadt, der Oberlausitz und dem Dreiländerdreieck vermuten wir spannende, auch grenzüberschreitende Geschichten und eine Mentalität, die wir im deutschen Krimi noch nie hatten", hatte MDR-Fernsehdirektor Wolf-Dieter Jacobi 2015 erklärt. Mal sehen, ob es weitergeht.