So wie Volker Albus, der Professor für Produktdesign an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und viel in der Welt unterwegs ist. Deshalb hat der gelernte Architekt auch einen besonderen Blick für jene Dinge, die die meisten Vielreisenden wohl nicht mehr besonders zur Kenntnis nehmen: die häufige Monotonie der Zimmereinrichtung in den Hotels. Im Zeitalter der Globalisierung, so scheint es, wird auch die Innenarchitektur der durchschnittlichen Herbergen auf dem Globus immer ähnlicher. Weil ihm das dokumentierenswert ist, macht Volker Albus stets Fotos von seinen Quartieren.
Vierzig sind zur Zeit in der Berliner Ausstellung "Office Hours" zu sehen. Alle widmen sich einem speziellen Aspekt des Hotellebens: dem Hotelzimmer als zeitweisen Büroplatz. Laptop angeschlossen und noch schnell etwas aufgearbeitet oder wenigstens die Mails abgefragt, heißt es für viele Dienstreisende. "Hier bin ich Chef, hier darf ich's sein. Das Büro als integraler Bausatz des Hotelzimmers", ist die nur aus Dias bestehende Fotoschau von Volker Albus überschrieben.
Während der 56-Jährige sonst alle möglichen Winkel eines Hotelzimmers ablichtet und Stillleben mit Papierkörben, Kopfkissen oder Deckenlampen verewigt, hat er sich in diesem Fall nur auf die vermeintlichen Arbeitsinseln konzentriert. Deren zentrale Elemente sind: Tisch, Stuhl, TV-Gerät und Telefon.
Beim Anblick der Fotos ist nicht erkennbar, in welchem Land sich die Herberge befindet, würden die Namen der Stadt nicht daneben vermerkt. Ob Taschkent, Paris, Güstrow oder Caracas, das Ambiente unterscheidet sich kaum.
Obwohl Volker Albus den oft nicht vorhandenen Charme seiner Hotelzimmer dokumentiert, ist er kein Mäkeltyp - schließlich zieht man als Geschäftsreisender nicht zum Wohnen ins Hotel - und auch kein Freund aufgepeppter Wohnfortschrittlichkeit. Das Pseudo-Avantgardistische von Designer-Hotels hält er nur für eine andere Form stilistischer Einfallslosigkeit.