"Dies ist ein Lehrfilm", sind die ersten Worte des Erzählers aus dem Off. Das soll an die Aufklärungsfilme der 60er-Jahre wie "Schulmädchenreport" erinnern. In pseudowissenschaftlichen Abhandlungen wird anschließend das Verhalten der Geschlechter erklärt. In der Buchvorlage reihen sich kurze, absurde Anekdoten um den Einfluss von Testosteron und Östrogen aneinander. Einen Handlungsfaden braucht das Ratgeber-Sachbuch, das nach Verlagsangaben auf Deutsch 3,5 Millionen Mal verkauft wurde, nicht.
Auf der Leinwand ist das anders. Um in 103 Spielfilmminuten Geschlechterklischees von A bis Z unterzubringen, inszeniert Haußmann eine banale Liebesgeschichte mit Missverständnissen, Betrug und Versöhnung. Die müde Handlung wird mit Witzrepertoire aus männlichen Fußballkneipen und von weiblichen Shoppinggängen ergänzt.
Jan (Benno Fürmann) ist Anwalt und ein ziemlicher Macho, Katrin (Jessica Schwarz) als naive Praktikantin in einem Reisebuchverlag genau das passende Gegenstück. Beim Einparken demoliert sie sein Auto und läuft dann davon, woraufhin der ewige Neandertaler Jan Witterung aufnimmt und seiner Beute folgt. Noch am selben Abend sind sie ein Paar.
Einzig Uwe Ochsenknecht schlägt als schmieriger Weltenbummler Wellen in den seichten Gewässern des Geschlechterkampfes. Mit Fotos seiner scheinbar lebensgefährlichen Expeditionen beeindruckt er Frauen. Einen Eisbären habe er mit einem Messer erlegt, um einer Inuit-Familie das Leben zu retten, erzählt er der staunenden Katrin. Er hätte ihn auch erschießen können, wollte aber mit dem Knall die seltenen Schneehühner in der Nähe nicht verschrecken.
Wortspiele werden langatmig ausgeschlachtet. Der Weltenbummler wird zum Weltenfummler. "Ich nehme Sie", säuselt Jan im Bewerbungsgespräch einer vollbusigen Sekretärin zu und ergeht sich dabei in sexuellen Fantasien.
Im Drehbuch von Rochus Hahn und Alexander Stever tut sich eine Kreativwüste auf. Noch so abgenutzte Szenen aus anderen Komödien werden kopiert. Bei der langersehnten Liebeserklärung sagt der Mann den falschen Namen, und als ein Seitensprung entdeckt wird, heißt es: "Es ist nicht das, wonach es aussieht." Um nicht als Heterofilm über Yuppie-Pärchen zu gelten, wird noch eine hanebüchene Lovestory zweier Schwuler inszeniert, und ein paar Transvestiten dürfen auch noch kichernd durchs Bild laufen.
In den Produktionsnotizen wird diese Einfallslosigkeit als Huldigung an filmische Vorbilder wie "Harry und Sally" erklärt. "Ich wollte mal einen Film um des reinen Vergnügens Willen drehen", sagt Hauß-mann. Er wolle sich "vor den Spielarten des reinen Unterhaltungsfilms verneigen". (Deutschland 2007, FSK ab 12, von Leander Haußmann, mit Benno Fürmann, Jessica Schwarz, Sascha Schmitz)