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Geschenk zum Reformationsjubiläum

Komponist João Segurado und Kantorin Katharina Schröder bei der Vorbesprechung für das Festkonzert in Luckau.
Komponist João Segurado und Kantorin Katharina Schröder bei der Vorbesprechung für das Festkonzert in Luckau. FOTO: D. Friedrich
Luckau. Etwas Besonderes sollte es sein, das Geschenk des Kirchenkreises Niederlausitz zum 500. Reformationsjubiläum. Daniel Friedrich

Musik hätte dem Reformator, Dichter und Komponisten Martin Luther wohl gut gefallen - warum also nicht gleich ein eigenes Werk zu seinen Ehren? So fiel vor einem Jahr beim Kirchenkreis die Entscheidung.

Nach dem Motto "Talentiert leben, mutig verändern", das die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) für das Jubiläumsjahr ausgerufen hatte, sollte zum großen Konzert eine Neukomposition in Auftrag gegeben werden. Und weil der Kirchenkreis mit zahlreichen eigenen Talenten aufwarten kann, wurde der in Lübbenau lebende, portugiesische Komponist João Segurado mit dem Stück beauftragt.

"Das Werk soll die Idee der Reformation aufgreifen und sie in die heutige Zeit transportieren", berichtet Segurado über die Idee. So hat er sich in den Wochen vor der Komposition intensiv mit dem Leben Luthers und vor allem mit zeitgenössischen Fragen, basierend auf der Philosophie von Theodor W. Adorno und Hans Magnus Enzensberger, beschäftigt. Als Textgrundlage für sein Werk entschied er sich schließlich für das Gedicht "Minimalprogramm" von Enzensberger. "Darin ruft der Dichter dazu auf, sich zurück auf sich selbst zu besinnen, die Welt zu hinterfragen und alles, was entbehrlich ist, von sich zu werfen", sagt João Segurado. Genau das habe Luther auch getan und man könne viele Parallelen zum Heute ziehen: "Wir nehmen vieles einfach so hin und laufen dem Mainstream nach, ohne wirklich selbst zu überlegen." Das Gedicht lässt Segurado von einem Vokalensemble rezitieren. Er selbst wird eine Einführung in seine Uraufführung geben. Das Werk ist für Orchester geschrieben, "aber im Klang ist es eher eine Ensemble-Komposition", erklärt Segurado. Zudem lade es die Zuhörer zum Nachdenken ein.

Neben dem Preußischen Kammerorchester aus Prenzlau sind am Sonntag auch Solisten des Staatstheaters Cottbus sowie Konzertchöre des Kirchenkreises aus Finsterwalde, Lübben, Lübbenau und Luckau zu hören.

Außerdem werden beim Festkonzert zwei weitere Werke erklingen: Zum einen "Ein feste Burg ist unser Gott", ein Reformationsschlager, dessen Melodie und Text von Luther stammen. Otto Nicolai fertigte daraus eine Festouvertüre, die auch das Konzert in der Luckauer Nikolaikirche eröffnen wird. Zum anderen schließt der "Lobgesang" von Felix Mendelssohn Bartholdy - eine Sinfonie-Kantate - das Festkonzert ab. Geleitet wird das Konzert am Sonntag von den Kantoren Andreas Jaeger und Katharina Schröder.

Zum Thema:
Das Konzert "500 Jahre Reformation" findet am Sonntag, 9. Juli, um 17 Uhr in der Nikolaikirche Luckau statt. Karten gibt es für 15 und 10 Euro unter anderem bei den Touristinformationen in Luckau, Finsterwalde und Lübben.