Seitdem ist die deutsch-jüdische Verständigung ihr ein wichtiges Anliegen, für das sie unter anderem mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet wurde. Mit ihrem neuesten Buch "Frauen bewegen die Welt" (Droemer Verlag, München) will sie auf Frauen aus aller Welt aufmerksam machen, die sich für Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung einsetzen. "Wir haben zweieinhalb Jahre recherchiert, um ein möglichst breites Feld vorzustellen", sagt Berben. Zusammen mit Co-Autorin Nicole Maibaum hat sie 24 Frauen ausgewählt, die sich auf verschiedenen Gebieten engagieren - vom Umweltschutz in Afrika, über Säureopfer in Bangladesch bis zur tibetischen Nonne, die sich für die Unabhängigkeit ihres Landes einsetzt. Einige der Frauen hat die Schauspielerin persönlich kennengelernt, so etwa die Lehrerin Kristina Bullert, die in einer ostdeutschen Kleinstadt ihren Schülern die Zeit des Nationalsozialismus nahebringt. Oder sie fühlt sich ihnen verbunden wie der russischen Journalistin Anna Politkowskaja, die die Wahrheit über den Tschetschenienkrieg schrieb und dafür mit ihrem Leben bezahlte. "Ich habe an sehr vielen Gedenkveranstaltungen für Anna Politkowskaja teilgenommen und ihre Familie kennengelernt." Beeindruckt hat Berben auch die Arbeit von Wangari Maathai, die in Kenia mehr als 40 Millionen Bäume pflanzte und dafür als erste Afrikanerin den Friedensnobelpreis erhielt. "Für die meisten war diese Aktion am Anfang lächerlich, aber dadurch hat sich eine riesige Bewegung entwickelt", sagt die 58-Jährige, die viel in Afrika drehte und demnächst in dem ZDF-Dreiteiler "Krupp - Eine deutsche Familie" als Bertha Krupp zu sehen ist. Auch die Geschichte von Esther Mujawayo, die Überlebenden des Genozids in Ruanda hilft, hat Berben sehr berührt. "Sich die Kraft vorzustellen, die jemand haben muss, das eigene Leid zu ertragen und dann alle Kraft daran zu setzen, dass so etwas nicht in Vergessenheit gerät." Beispielhaft sei auch die Geschichte der beiden jungen Mädchen aus Brandenburg, die einem Afrikaner zu Hilfe eilten, als dieser vor einer Disco verprügelt wurde. "Das ist eine kleine Geschichte aus dem Alltag. Aber sie zeigt, dass es anscheinend nicht normal ist, zu helfen." Einige der porträtierten Frauen sind durch ihr Engagement berühmt geworden. Shirin Ebadi kämpft für die Achtung der Menschenrechte im Iran und erhielt dafür als erste Muslimin den Friedensnobelpreis. Andere sind weniger bekannt wie Schwester Lea Ackermann, die sich mit ihrem Verein Solwodi gegen Sextourismus und Menschenhandel einsetzt. Die Beweggründe und die Lebenswege der Frauen werden in dem Buch anschaulich und mitfühlend geschildert.So wie das Schicksal von Rakiéta Poyga, die für die Abschaffung der weiblichen Genitalbeschneidung kämpft. Sie wurde selbst als junges Mädchen beschnitten und wäre deshalb bei der Geburt ihrer Tochter fast gestorben. Nach ihrem Studium in Deutschland kehrt sie in ihre Heimat Burkina Faso zurück und gründet die Organisation "Bangr-Nooma", die über die schrecklichen Folgen der Genitalverstümmelung aufklärt. Mit ihrem Team zieht sie von Dorf zu Dorf und bewahrt so unzählige Mädchen vor dem grausamen Ritual. "Es ist schwierig, doch wir geben nicht auf. Ich finde, es ist ein grausames Verbrechen an Mädchen, die keine Chance haben, sich zu wehren", sagt Poyga. Mittlerweile wurden sie und ihr Team von Organisationen anderer afrikanischer Länder wie Mali, Senegal und Tansania eingeladen, um über ihre Arbeit zu berichten. [Droemer Verlag]: Hilblestraße 54, 80636 München