ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:07 Uhr

Gelungener "Orpheus an der Elster"

Eine Uraufführung vor 580 begeisterten Zuhörern.
Eine Uraufführung vor 580 begeisterten Zuhörern. FOTO: Mona Claus/mcl1
Doberlug-Kirchhain. Zu einem Höhepunkt der Landesausstellung und des Graun-Jubiläums gestaltete sich am Sonnabend die Premiere des Opernprojektes "Orpheus an der Elster" in der Stadtpfarrkirche Kirchhain. Stephan Creuzburg

Das Wagnis, die Handlung und die Barockmusik der Oper "L'Orfeo" von Carl Heinrich Graun zeitgemäß für Jugend zu gestalten, ist mit bestem Erfolg gelungen! Fast 580 Zuschauer waren begeistert.

Musikalisch hochinteressant hat es John Rausek aus Potsdam verstanden, dem Libretto von Birgit Wahren, ebenfalls aus Potsdam - die bei der Entstehung sehr enge Zusammenarbeit mit Rausek ist jederzeit erlebbar - Altes mit Modernem zu verbinden.

Exemplarisch sei nur das Lied "Ach, kalt sind Deine Hände", hervorragend von der Holzbläsergruppe begleitet, und die eindrucksvollen Trommelpassage beim Tod von Eurydike genannt.

Unmöglich, auf jede beeindruckende Einzelheit dieses denkwürdigen Nachmittags einzugehen. Musikalisch haben es Linda Rosenow und Jonas Musiol verdient, an erster Stelle genannt zu werden. Beide meisterten die zum Teil schwierig zu singenden Melodiebögen mit einem sehr beachtlichen Talent. Die Bewältigung des besonders großen Orpheus-Parts durch Jonas Musiol war bewundernswert.

Die auch darstellerischen Qualitäten - hier sei auch der musikalisch bestens aufgelegte Chor genannt - sind sicher auch Jennifer Demmel zu verdanken. Ein Zusammenspiel von Lehrern und Schülern hat immer etwas Schönes an sich. Unter Leitung von Uwe Krause spielte ein hörenswertes Orchester; die musikalischen Übergänge Barock und Moderne wurden hör- aber auch unhörbar herausgearbeitet. Dank an Antje Schaffranietz für die Einstudierung.

Schön, dass der Komponist auch Raum für solistische Darbietungen bot. Das Flötensolo von Annabell Schultze so sympatisch vorgetragen, ebenso Sandra Schock, Saxofon, aber auch Konrad Meusel mit seinem sehr musikalisch geprägten und hörenswert weichen Drumsspiel seien stellvertretend für alle Akteure genannt. Das sehr passende Bühnenbild von Uwe Schaffranietz, Technik und Beleuchtung boten einen angemessen Rahmen.

Die Kreismusikschule "Gebrüder Graun" hat den Zuhörern und sich ein sehr, sehr schönes Geschenk gemacht. Wenn der künstlerische Leiter dieses Projektes, Kreismusikschuldirektor Thomas Prager, von einer Premiere sprach, so steht dazu der ganz klare Wunsch, diese Aufführung nochmals an anderem Ort zu erleben. Unterstützung wurde schon geboten, an weiterer wird es nicht fehlen.