Ihr Meisterstück schufen sie mit einer Kopie von Leonardo da Vincics "Mona Lisa", an der sie sechs Jahre arbeiteten. Sogar nach Paris waren sie gefahren, um im Louvre das Original zu begutachten. Schließlich wollen sie nicht schlicht nachmalen, sondern auch die Stimmung eines Bildes fälschen.
Die Russen sind wahre Meister ihres Faches, alle haben im früheren Leningrad die Kunstakademie besucht. Weil sie keine sozialistische Auftragskunst machen und nicht dem Künstlerverband beitreten wollten, schlugen sie sich mit inoffiziellen Ausstellungen mehr schlecht als recht durch, ehe man sie 1987 in den Westen auswies. 1990 zogen sie von Westdeutschland nach Berlin, wo sie seither die ungekrönten Könige des offiziellen Bilderfälschens sind. Ihre bis zu 2000 Euro teuren Kopien sind urheberrechtlich sauber, weil sie nie in Originalgröße gefertigt werden und nur von seit wenigstens 70 Jahren toten Künstlern stammen.
In ihrer Arbeit widmen sich die Brüder immer wieder auch Projekten mit einem starken Bezug zu ihrer Heimat. So zeigten sie vor zwei Jahren in ihrem Kunstsalon Posin aus Anlass von Stalins 50. Todestag Fälschungen von Kunstwerken des Stalinismus. Gestern eröffneten sie nun eine Ausstellung mit rekonstruierten Bildern, die vor sechs Jahrzehnten zerstört oder von der Sowjetarmee als so genannte Beutekunst eingezogen wurden. Das Besondere daran: Als Vorlage dienten nur alte Schwarzweißfotos aus Büchern. Die Brüder mussten deshalb viel recherchieren, zum Beispiel mit welchen Farben die Originale einst gefertigt wurden.
"Bilder leiden wie Menschen" haben sie die Schau genannt, um auch darauf hinzuweisen, dass im Zweiten Weltkrieg nicht nur Menschen, sondern auch viele Kunstwerke zerstört wurden und verschollen seien.
Solche Gemälde von Otto Dix oder Gustav Klimt wollten sie wieder aus der Vergessenheit holen. Eine echt gute Idee, wenn auch mit gefälschter Kunst.