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Gefährlicher Denker

Er war ein Meisterdenker aus Deutschland und ein Außenseiter: Martin Heidegger (1889-1976) ist vielleicht der einflussreichste Philosoph des 20. Jahrhunderts. Esteban Engel

Mit seinem Denken über das Sein, die Zeit und das fragile menschliche Dasein hat er ganze Generationen beeinflusst. Dass Heidegger Nationalsozialist war, ist bekannt. Doch war auch sein Denken von der Rassenideologie infiziert? Darüber streiten jetzt Wissenschaftler. Anlass ist die Veröffentlichung von zwei weiteren Bänden der "Schwarzen Hefte", jener "Denktagebücher", die Heidegger in den 30er- und 40er-Jahren führte. Die Kladden öffnen nach Darstellung von Herausgeber Peter Trawny einen neuen Blick in das Denken Heideggers. Dessen Schülerin und Geliebte Hannah Arendt nannte ihn den "heimlichen König" der deutschen Philosophie - auch wenn Arendt von den Nazis ins Exil getrieben wurde und Heidegger als NSDAP-Mitglied Karriere machte.

Lutz Hachmeister: Heideggers Testament. Propyläen Verlag, 22,99 Euro. Martin Heidegger: Überlegungen VII-XI (Schwarze Hefte 1938/39), Hgb. 2014 Peter Trawny, 456 Seiten, 48 Euro. Peter Trawny, Heidegger und der Mythos der jüdischen Weltverschwörung, Verlag Vittorio Klostermann, 14,80 Euro.