"Ich bin nicht mit der Idee zum Theater gegangen, Hamlet zu spielen, sondern mit der Ansicht, ein Clown zu sein, ein Hanswurst", charakterisierte er sich selbst, als ihm 1997 der Literaturnobelpreis verliehen wurde. Kaum einer in Italien verfügt über einen solchen Sprachwitz und ein so gewaltiges Talent zum Geschichtenerzählen wie er. Heute wird der provokante Polit-Clown 80 Jahre alt.
Mit Stücken wie "Die offene Zweierbeziehung", "Mistero Buffo" und "Sex? - Aber mit Vergnügen!" wurde Fo bereits seit Ende der 60er-Jahre weit über die Grenzen seines Heimatlandes hinaus berühmt. Auch auf deutschen Bühnen sind die Komödien, Tragikomödien und Possen des gebürtigen Norditalieners beliebt. Über 70 Stücke hat er zusammen mit seiner Frau Franca Rame geschrieben, mit der er seit 1954 verheiratet ist. Das "eingespielte" Paar steht häufig auch gemeinsam auf der Bühne und gründete bereits in den 70er-Jahren die Theatergruppe "La Comune", deren festes Quartier eine Mailänder Gemüsehalle war.
Zur Überraschung fast der ganzen literarischen Welt erhielt er 1997 den Literaturnobelpreis. Das Komitee wollte ihn damit vor allem für seine politische und soziale Theaterarbeit würdigen und bezeichnete ihn als Schriftsteller, "der in Nachfolge der mittelalterlichen Gaukler die Macht geißelt und die Würde der Schwachen und Gedemütigten wieder aufrichtet". (dpa/lh)