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| 19:40 Uhr

BRANITZ.
Gags, Gassenhauer und ein Happy End

Entertainer Peter Grimberg (Mitte) präsentiert am 12. Januar 2019 im Kongress- und Ballsaal auf Gut Branitz seine Show „Servus Peter“. Tickets: 0355 481 555
Entertainer Peter Grimberg (Mitte) präsentiert am 12. Januar 2019 im Kongress- und Ballsaal auf Gut Branitz seine Show „Servus Peter“. Tickets: 0355 481 555 FOTO: Otmar Eichhorn
BRANITZ.. Anfang Januar 2019 entführt eine preisgekrönte Musical-Hommage an den großen Peter Alexander in den legendären Biergarten vom Gasthof „Weißes Rössl“. In die hauptrollenden Fußstapfen des Oberkellners Peter, der sich mit charmanten Ideen um das Herz der Wirtin Mariandl bemüht, tritt dessen Namensvetter, der Allround-Entertainer Peter Grimberg: „Servus Peter!

“ präsentiert die besten Schlager Peter Alexanders und immergrüne Melodien der fünfziger und sechziger Jahre von Caterina Valente, Heinz Ehrhardt und vielen anderen, rundherum hübsch umrahmt von einer komödiantisch-zeitlosen und schwungvollen Handlung. Die Besucher der Show auf Gut Branitz erwartet ein schillernder, amüsanter, kurzweiliger Augen- und Ohrenschmaus „der alten Schule“: Gags, Gassenhauer, romantische Melodien, Herzklopfen, Happy End. Zur Deutschland-Premiere des Stücks lobte die einstige Rössl-Wirtin Waltraut Haas wörtlich: „Das hätte dem Peter Alexander gut gefallen, er schaut ja von oben zu“. LAUTIX sprach mit „Servus Peter!“-Mastermind und Hauptdarsteller Peter Grimberg.

Servus, Peter Grimberg! Blicken Sie für unsere Leser doch zuerst ganz flink auf die wichtigsten Stationen und Highlights ihres 30-jährigen Bühnenlebens zurück. . .

Servus zurück und Grüße aus Speyer in Oberösterreich, meinem Geburtsort! Im Schnelldurchlauf: Aufgewachsen bin ich in Herne, dort hatte ich als junger Bursche Ballettunterricht. Später kam Gesangsunterricht dazu und ich sang Swing und Rock´n´Roll, bis ich 1990, vor – oh Mann – nun schon 28 Jahren bei Rudi Carrell „Das Goldene Mikrofon“ gewann. Damals gab es ja noch weitaus weniger Fernsehsender in Deutschland, Österreich und der Schweiz als heute und da haben mich doch tatsächlich wahnsinnige 40 Millionen Menschen gesehen. Eine Traumquote – heute unvorstellbar! Last but not least folgten Schauspiel- und Phonetik-Unterricht, gerade letzterer war für mich als Sänger, Schauspieler und Moderator extrem wichtig. Meine Live-Shows „Rock meets Musical“ haben rund vier Millionen Menschen besucht. Man könnte also sagen, dass ich ein das Komplettpaket an Ausbildung, Erfahrung und Routine für das Bühnenleben mitbringe. Und dass ich für die Bühne lebe, ja. . . 

Sie schreiben auch fürs Fernsehen, richtig?

Oh ja, Gala- und Show-Konzepte, auch Spielfilme. Alles, was davon  auf Sendung ging, war ebenfalls recht erfolgreich.

Und der große Rudi Carrell hat Ihrer
Karriere damals den entscheidenden Kick gegeben?

Auf jeden Fall! Gleich nach meinem Sieg beim „Goldenen Mikrofon“ bot Rudi Carrell mir an, für ihn zu arbeiten. Zuerst erfuhr ich alles darüber, was für den Erfolg seiner TV-Shows so alles hinter den Kulissen zu tun ist. Ich habe Recherchen gemacht, Kandidaten-Castings, Sketche mit ihm und später auch für ihn geschrieben. Übrigens, für jeden guten Gag, der es in eine Sendung schaffte, gab es damals 500 D-Mark. Ich habe in all den Jahren bei Rudi Carrell unheimlich viel gelernt, und zwar von der Pike auf. Sein einmaliges Gespür für Situationskomik, sein perfektes Timing, die feinen Wortspielereien im doppelten und dreifachen Sinne, wie in dem berühmten Gag vom „Flughafen“ als „Fluch-Hafen“…

Na, der funktioniert im BER-gebeutelten Brandenburg ganz bestimmt auch Anfang 2019 noch!

Ja, vermutlich (lacht), leider. . . und danke für den Tipp! Das baue ich in Cottbus vielleicht mit ein. 500 D-Mark gibt’s von mir dafür aber nicht (lacht)!

Was ist Ihnen an Rudi Carrell in besonderer Erinnerung geblieben? 

Rudi Carrell wollte immer und überall erkannt werden und hatte immer, ganz gleich wo er war, immer Autogrammkarten dabei, da war er ein Perfektionist vor dem Herrn. Und spontane Show- oder Sketch-Ideen hat er unterwegs immer auf einer Zigarettenschachtel notiert.

Bestimmt haben Sie auch eine spezielle Anekdote auf Lager, oder?

Eine wirklich einschneidende Geschichte ist die, als ich ihn zum ersten Mal auf seinem Bauernhof in Wachendorf besuchte und er mir „seinen“ Golfplatz in Okel bei Syke zeigen wollte.

Er ließ den Wagen vorfahren, wir machten noch zwei, drei Abstecher, um Besorgungen zu erledigen und es kam, wie es kommen musste: Wir hatten uns total verfranzt. Rudi Carrell steigt aus, setzt sich vorne auf den Beifahrersitz und greift nach dem Straßenatlas. GPS-Navigation gab es ja damals noch nicht. Als ein Radfahrer vorbeikommt, kurbelt er genervt die Scheibe runter und spricht den Mann ziemlich unwirsch an: „Hey, sag mal, wo ist denn hier das und das . . .?“. Der blickt ihn an, grinst über das gesamte Gesicht und trällert plötzlich mit Carrell-typischem Akzent: „Lass disch überr-raschen . . .“! Rudi Carrell sagte nur „Arschloch“ und dreht die Scheibe wieder hoch. Unvergesslich (lacht)!

Wie kriegen wir jetzt die Kurve von
Carrell zu Peter Alexander?

Nichts leichter als das: Peter Alexander war häufig Gast in Rudi Carrels TV-Shows. Und Rudi Carrell wiederum war es, der mir nahelegte, deutschsprachige Lieder zu singen. Da erst stellte ich fest, dass ich tatsächlich ganz ähnlich klinge, wie Peter Alexander und habe einige Schlager seiner frühen Filme aufgenommen. Drei Hörproben davon schickte ich dem offiziellen Peter-Alexander-Fanclub in Deutschland, weil ich zu Peter Alexander keinen Direktkontakt hatte. Daraufhin meldete sich die Fanclub-Leiterin, Frau Barbara Löhr aus Köln, bei mir. Sie macht den „Job“ seit 56 Jahren und hatte auch ein Buch über Peter Alexander veröffentlicht. Etwas später erhielt ich eine E-Mail von der damals 70-jährigen Dame, in der sinngemäß stand: „Lieber Herr Grimberg, Sie sind jemand, der stimmlich und gesanglich an Peter Alexander herankommt, ohne ihn imitieren zu wollen“. Und sie lud mich zu sich ein. Das war für mich ein wirklich aufregender Moment. Frau Löhr war immerhin eine echte Vertraute Peter Alexanders, sie hatte sogar seine private Telefonnummer. Sie half mir dann auch – noch zu Lebzeiten Peter Alexanders – das Projekt „Servus Peter!“ anzugehen. Tja, und nach seinem Tod rief sie mich an und bat darum, mich auch weiterhin dabei unterstützen zu dürfen. Darauf bin ich sehr stolz. Und auch darauf, dass die langjährige Haushälterin Peter Alexanders, Eva Kresic, oder auch eine Waltraut Haas irrsinnig schätzen, was ich da mache. Weil ich – in deren Augen – eben kein x-beliebiger Parodist oder Imitator bin, sondern auf meine eigene Art das Andenken an den Künstler, Entertainer und Menschen Peter Alexander hochhalte.

Was fasziniert Sie an Peter Alexander, sowohl künstlerisch als auch menschlich?

Er nahm seine Arbeit sehr ernst, war ungeheuer diszipliniert, hat sich immer extrem intensiv auf seine Auftritte vorbereitet. Da blieb nichts dem Zufall überlassen. Ich glaube, solche Profis wie ihn gibt es in der heutigen Medienlandschaft gar nicht mehr. Ich persönlich mochte Peter Alexander schon als Kind und Jugendlicher. Die Filme mit ihm habe ich geliebt. Als ich mit den Recherchen für „Servus Peter!“ begann und ganz viele, der Öffentlichkeit oft unbekannte Details von Frau Löhr erfuhr, bestätigte sich all das, was man immer wieder über ihn gelesen und gehört hat. Dass er ein liebenswerter, zurückhaltender, sogar eher scheuer Mensch war, den man fast „zwingen“ musste, auf die Bühne zu gehen und im Rampenlicht zu stehen. Er war viel lieber draußen in der Natur, angelte für sein Leben gern und verbrachte viel Zeit mit seiner Frau Hilde, die ja gleichzeitig seine Managerin war. Ich wünschte, ich hätte einmal mit ihm angeln gehen dürfen . . .

. . .  und das am liebsten noch mit Carrell, Erhardt, Juhnke und Co. im Schlepptau, hm?

Oh ja, natürlich! Das waren noch Persönlichkeiten, die hatten alle eine besondere Aura und Charakter. Und beherrschten ihr Handwerk. Leute von diesem Schlag gibt’s heute im TV gar nicht mehr. Wenn ich da so manchen „Moderatoren-Quereinsteiger“ anschaue, mein Gott! Respektlos, unprofessionell und unmöglich, da schüttelt es mich jedes Mal! Die lassen ihre Gäste kaum ausreden, unterbrechen sie ständig und wollen auf Teufel komm raus zeigen, was sie selber alles so „draufhaben“. Das ist wie eine Ohrfeige für den Gast. Feingefühl gleich null. Diese Selbstdarsteller, furchtbar!

Wie hoch ist Ihr Anspruch an Sie selbst?

Ich würde mir keinesfalls anmaßen zu behaupten, ich könne oder würde in Fußstapfen eines Peter Alexanders treten oder treten wollen. Wenn es mir jedoch nur ein Stück weit gelingt, dass die Menschen diesen großartigen Künstler in ihrer Erinnerung bewahren und dadurch sein Lebenswerk tatsächlich am Leben gehalten wird, dann habe ich viel erreicht. Bislang haben schon über 160 000 Besucher „Servus Peter!“ gesehen und das ist toll!

Bleibt noch ein abschließender Ausblick auf das, was die Zuschauer bei „Servus Peter!“ in Branitz erwartet. . . 

„Servus Peter!“ ist ein bunt gemischtes Potpourri, bei dem man sich wirklich schlapplachen kann. Von Slapstick bis Comedy passiert da ganz viel Überraschendes. Die Geschichte spielt natürlich im „Weißen Rössl“. Wir haben dafür eine traumhafte Bühnenkulisse gebaut und im Hintergrund ist ein riesiges Bergpanorama zu sehen. Sämtliche Requisiten sind Originale aus den Fünfzigern und Sechzigern. Dazu gibt’s viel Musik, und zwar nicht nur Titel von Peter Alexander, sondern auch andere Hits aus dieser Zeit. Alles ist wunderbar „retro“, aber eben nicht nur für „alte“ Leute gemacht, sondern ein Familienmusical für Besucher von neun bis 90 Jahren, würde ich sagen. Bisher ist das Konzept immer sehr gut aufgegangen inklusive stehender Ovationen nach zweieinhalb Stunden Show. Das wollen wir im Januar natürlich auch in Cottbus schaffen. Ich freue mich jedenfalls sehr darauf!

⇥Mit Peter Grimberg sprach

⇥Nils Contius