ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:22 Uhr

In der Galerie 23 in Cottbus
Führung zu Ellen Lehmanns „Fäden der Erinnerung“

Cottbus. () Eine öffentliche Führung bei freiem Eintritt gibt es am 17. Oktober um 15 Uhr zur aktuellen Ausstellung in der Galerie Haus 23 in Cottbus. In der Marienstraße 23 werden derzeit „Fäden der Erinnerungen und Empfindungen/Nitki spominanja a zacuśow” gezeigt.

Die Ausstellung ist der Textilkünstlerin Ellen Lehmann gewidmet, die 1950 in Forst geboren wurde und 2016 in Berlin verstarb. Die Weißagkerin wendischer Herkunft ging 1975 nach Berlin. Den Kontakt zu ihrer Heimat hat sie bewusst weiter gepflegt, war mit Projekten nach der Wende in Cottbus präsent (Ausstellung bei der Laubag und im Wendischen Museum). Mit ihren Arbeiten, die stets als textile Rauminstallation gestaltet wurden, war sie in Städten Deutschlands, Polens, der Schweiz und andernorts unterwegs.

Seit 1978 beschäftigte sie sich mit der textilen Gestaltung von Streifenelementen, angeregt durch Arbeiten von Johannes Itten (1888-1967), dem Schweizer Bauhauskünstler, Kunsttheoretiker und Kunstpädagogen. In dieser Sichtweise wurde Ellen Lehmann vor allem durch ihre erste Ausbilderin in der Textilrestaurierung, durch Christa Jeitner bestärkt. Die weltoffene und heimatverbunde Künstlerin war seit 1982 freischaffend und arbeitete seriell.

Lehmanns Arbeiten sind gekennzeichnet durch Schlichtheit und Einfachheit der Gewebestrukturen. Die aktuelle Ausstellung zeigt ausgewählte textile Gewebe aus dem künstlerischen Nachlass aus den Jahren 1988 bis 2011. Großflächige Gewebe aus Wolle und Seide sind in den Räumen der Galerie Haus 23 eindrucksvoll inszeniert. Gerahmte Gewebe, Fotografien und der Film „Ellenlang“ ergänzen die Exposition. Die Streifen- und auch Karo-Gewebe widerspiegeln die Eindrücke der Künstlerin aus dem persönlichen Umfeld (zum Beispiel dem Braunkohletagebau ihrer abgebaggerten Heimat), Pflanzen, mit denen sie in ihrer früheren Tätigkeit zu tun hatte, oder es sind Auseinandersetzungen mit zeitgenössischer Architektur und Malerei des 20. Jahrhunderts.

Ausstellung bis 20. Oktober.