Im Mittelpunkt der Geschichte steht Albert Markovski: Ein Gedichte schreibender, unsicherer, viel zu sensibler langhaariger Umweltaktivist, der für die Rettung eines Sumpfes vor der Zivilisation kämpft. Albert, gespielt von Jason Schwartzman, der Nebenbuhler von Bill Murray in "Rushmore", steckt in einer Krise. Die Massen lassen sich mit diffusen Gedichten nur schwer anfeuern, er hat bisher nur einen großen Felsen gerettet (Sisyphos lässt grüßen) und zu allem Überfluss droht ihm auch noch, sein Projekt an Brad zu verlieren, den smarten aufsteigenden Manager der fiktiven Supermarktkette Huckabees, gespielt von dem sonnigen Jude Law.
Dieser Brad ist alles, was Albert nicht ist: erfolgreich, selbstbewusst, kommunikativ. Er bringt alle mit Anekdoten über Ladeneröffnungen mit Shania Twain zum Lachen und schläft mit dem Model Dawn (Naomi Watts, "The Ring"), das Albert immerzu anstarren muss. Er führt Albert dessen Unvollkommenheit deutlich vor Augen und lässt ihn mehr denn je ans Aufgeben denken. Als Albert an völlig unterschiedlichen Orten ein und demselben dünnen schwarzen Mann begegnet, hält er das für eine Zeichen und landet dank einer zufällig gefundenen Visitenkarte bei den Existenziellen Detektiven, um zu klären, was der Sinn von dem Ganzen sein könnte.
Ein anderer Kunde von ihnen ist Tom (Wahlberg), ein Feuerwehrmann, der nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 einfach nicht mehr aufhören konnte, sich zu viele Fragen zu stellen und jetzt kein Benzin mehr nutzt und seine Frau mit Vorwürfen zur Weißglut treibt, sie trage von asiatischen Kindern genähte Schuhe.
Um das Chaos perfekt zu machen, taucht auch noch Catherine Vauban (Isabelle Huppert) auf, eine Berufsnihilistin aus Frankreich, die einst Musterschülerin der beiden Detektive war, doch dann sozusagen auf die dunkle Seite der existenziellen Philosophie wechselte. Ihre Botschaften: Nichts hat einen Sinn, und der einzige Weg zum Glück ist die Absage an jegliche Gedanken und Gefühle.
Regisseur David O. Russel ("Three Kings") ist ein ungewöhnlicher Film gelungen: Unterhaltung für Intellektuelle, gepaart mit bissiger Sozialkritik. So wie in der Szene, in der Albert und Tom in eine heile, fromme amerikanische Familie hereinplatzen, die die übliche Leere des Alltags mit Phrasen über Gott und gute Taten übertüncht. Oder auf der extra zum Film eingerichteten Huckabees-Webseite ( www.huckabees.com), auf der das Geschwafel von Kunden-Nähe und Wohltätigkeit durch den Kakao gezogen wird. Die philosophischen Verwirrungen des Films würden glatt einen Warnhinweis rechtfertigen: "Achtung: Provoziert die Zuschauer zu Fragen, auf die es keine Antwort gibt."
(USA 2004, FSK ab 12 J., von David O. Russell, mit Jason Schwartzman, Dustin Hoffman, Isabelle Huppert, Lily Tomlin, Jude Law, Mark Wahlberg, Naomi Watts)