Für den 58-jährigen Walter Plathe ist dies ein ganz wichtiges Wort aus dem deutschen Sprachschatz: "Würden wir es sonst so oft vermissen?", plaudert er mit Sewan Latchinian, bevor es ans Kochen geht. Scharfe Bälle Ein bisschen "muchtig" habe er die Neue Bühne in Erinnerung, schenkt er dem Intendanten seine Erinnerungen aus den 1980er-Jahren ein, um sogleich hinzuzufügen: Selbst in einer so abgelegenen Gegend: "Donnerwetter, das ist jetzt ganz anders!" Latchinian nimmt das wohlwollend zur Kenntnis: "Wir arbeiten daran, eine Zuzugsregion zu werden." Scharf werfen sich die beiden Männer die Bälle zu. Ein paar Kochrunden weiter fliegen dann sogar die Klöße. Nein - Schauspieler Walter Plathe spielt mit solchen Sachen nicht: Er nimmt Kochen durchaus ernst, auch wenn ihm das Zubereiten wie das Essen augenscheinlich Vergnügen bereitet. Der Leinwandblick zurück auf den Film von 1982, als er in "Rächer, Retter und Rapiere" die Herzen im Sturm eroberte, zeigt, dass er an Körperfülle inzwischen respektierlich gewonnen hat. In Senftenberg lässt er den Intendanten allein mit den Klößen jonglieren, die eigentlich zu Rinderroulade mit Spreewälder Füllung angerichtet werden sollen. Aber er kann den Spieltrieb durchaus verstehen: "Ein Intendant muss jonglieren können, wissen, was so alles in der Luft schwebt", kommentiert er die Vorstellung, um wenig später eine eigene zu geben. Aber bevor er auf Drängen des Intendanten ein freches Otto-Reutter-Couplet zum besten gibt, das einzige, das ohne Klavierbegleitung auskommt, werden die Klöße zu Wasser gelassen. "Ich höre aber gleich auf, wenn die Klöße oben schwimmen", bemerkt er noch, um sich dann voller Inbrunst in den "gewissenhaften Maurer" zu verwandeln, der immer wieder gleich richtig anfängt. Der Hang zu Otto Reutter wurde dem bekannten Film- und Fernsehschauspieler, der auch der Bühne treu blieb, ja regelrecht in die Wiege gelegt. Seine Mutter begleitete den Humoristen einige Male als Pianistin. Bereits 1987 hatte Plathes Reutter-Programm "Alles weg'n de' Leut'" Premiere und ist seitdem unverwüstlich. Gepfeffert und gesalzen In Senftenberg streut er pfefferkornartig ein paar besonders scharfe Kostproben unter die Leute, das Gericht ist ohnehin kräftig gesalzen. Dazwischen schmettert er ein russisches Lied, das Sewan Latchinian zu tänzerischen Großtaten herausfordert. Den Rouladen-Schokoladen-Jodler des Intendanten gibt's zum Nachtisch. Wer auf den Geschmack gekommen ist: "Alles weg'n de' Leut'" heißt es am kommenden Montag, 19.30 Uhr, im Staatstheater Cottbus, wenn Walter Plathe Otto Reutter singt und spielt.