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Finale in der langen Erde

Was für eine Vorstellung: Die Erde gibt es nicht einmal, sondern sie existiert in unzähligen Versionen, mit allen nur erdenklichen Veränderungen… als komplett vereiste Kugel, als Version bevölkert von sprechenden Hunden oder als "Lücke", weil in grauer Vorzeit ein gigantischer Himmelskörper mit ihr kollidierte und nichts übrig ließ. Und diese unzähligen Erden sind für die (meisten) Menschen nur einen Schritt entfernt.

Es kann zwischen ihnen gewechselt werden. Einige Menschen haben dieses Talent in sich wohnen und dies seit langer Zeit entdeckt, andere benutzen für die Weltenwechselei eine kleine, selbst zusammengebaute Elektronik-Kiste, die ihre Energie aus einer Kartoffel zieht…

Das ist das Universum, in dem die Buchreihe über die "lange Erde" von den beiden britischen Autoren Terry Pratchett und Stephen Baxter spielt. Kürzlich ist auf Deutsch mit "Das lange Utopia" der letzte Teil der Reihe erschienen, an dem Pratchett mitgewirkt hat. Der vor allem durch seine Scheibenwelt-Romane bekannte Fantasy-Schriftsteller war vor zwei Jahren im Alter von 66 Jahren gestorben.

In "Das lange Utopia" schicken Pratchett und Baxter ihre Serienhelden Joshua Valienté, Sally Linsay und den Androiden Lobsang in eine weit entfernte Erde, in der sich merkwürdige Dinge zutragen. Die Tage scheinen kürzer zu werden, die Jahreszeiten geraten durcheinander, und was hat es mit den geheimnisvollen, menschengroßen Käferwesen auf sich?

Eine Nachttischlektüre für Fans der naturwissenschaftlichen Fantasyliteratur mit vielen Ideen, die im Buch aber nicht die nötige Tiefe entwickeln, um dauerhaft im Gehirn hängen zu bleiben.

Stephen Baxter hat im vergangenen Jahr einen fünften Roman in der Reihe veröffentlicht. "The long Cosmos" ist aber bisher nicht auf Deutsch erschienen.