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| 02:38 Uhr

Filmreihe zum Kunstfestival Rohkunstbau ist gestartet

Der iranische Künstler Shahram Entekhabi erzählt Geschichte anhand seiner Familie mit dem Film "My Mother – The history of Iran" (2015).
Der iranische Künstler Shahram Entekhabi erzählt Geschichte anhand seiner Familie mit dem Film "My Mother – The history of Iran" (2015). FOTO: Jan Brockhaus
Lieberose/Berlin. In der ehemaligen Küche des Schlosses Lieberose laufen Bilder über eine Leinwand, die das Leben im Iran zeigen. Es sind Familien- und Alltagsbilder, historische Aufnahmen und Dokumente aus dem Archiv der Familie von Shahram Entekhabi, die durch seinen inneren Monolog begleitet werden. Ingrid Hoberg

Er wurde im Iran geboren, lebt seit Jahren in Berlin und gehört zu den elf internationalen Künstlern, die sich am XXIII. Rohkunstbau Festival im Barockschloss Lieberose beteiligen. Entekhabi beschäftigt sich insbesondere nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York immer wieder mit den Verdächtigungen, denen Fremde ausgesetzt sind.

Zur Vorstellung des gerade erschienenen Ausstellungskatalogs sprach Kathrin Becker vom Video-Forum des Neuen Berliner Kunstvereins nun mit Entekhabi über seine künstlerischen Ansätze zum Thema Flucht und Migration. Im Saal der Darre wurden Videos aus dem Jahr 2005 gezeigt, in denen drei Männer in Alltagssituationen agieren. Es sind "Memet", "Miguel" und "Mladen", in die sich Entekhabi verwandelt hatte. "Das Verhalten der Menschen hat sich geändert, als ich einen Schnurrbart trug", erzählte er. Das habe ihn gewundert.

Die Videos wurden zum Auftakt der Filmreihe gezeigt, die das Kunstfestival begleitet. Mit dem anschließend präsentierten Film "Heinrich Böll - eine deutsche Erinnerung" (1992) wurde der Schriftsteller und Nobelpreisträger gewürdigt, der im Dezember 100 Jahre alt geworden wäre.

Das Filmprogramm wird fortgesetzt: Am 29. Juli läuft "Beuys", der Film von Andres Veiel, und am 5. August werden zwei Filme gezeigt: "Trommeln auf Blech" (1994) und "Elegia Rhapsody" (2017). Der Cottbuser Filmemacher Donald Saischowa wird vor der Filmvorführung als Gesprächspartner zur Verfügung stehen. Am 18. August steht "Banksy: Exit Through The Gift Shop" auf dem Programm, es folgen am 26. August "Die Strände von Angès" von Angès Varda, am 2. September "Man on Wire". Zum Abschluss findet am 9. September in Kooperation mit dem Filmfest Bad Saarow die Veranstaltung "Filme ohne Grenzen" statt.

Die Vorführungen beginnen jeweils um 19 Uhr in der Darre, Schlosshof 3. Der Eintritt kostet drei Euro, einschließlich Ausstellungsbesuch. Das XXIII. Rohkunstbau Kunstfestival im Schloss Lieberose kann bis 10. September samstags und sonntags von 12 bis 18 Uhr besucht werden.

Weitere Informationen gibt es unter:

www.rohkunstbau.de