Im Cottbuser Filmtheater Weltspiegel sind am Montag beim Kurzfilmwettbewerb Lausitzer Filmschau insgesamt 14 Kurzfilme ins Rennen gegangen. Die Sieger dürfen sich neben den Dotierungen über die von der Cottbuser Design Manufaktur Style Work gestalteten Preis-Skulpturen freuen.

Der Hauptpreis im Wert von 1500 Euro, gestiftet von Apex Projekt, ging an  Luisa Nawka und Sophia Ziesch für ihren Beitrag „Smy“ (deutsch: „Wir sind“). In dem Film hinterfragen fünf Menschen ihre individuelle Zugehörigkeit zur Minderheit in Ostsachsen und finden sich mit persönlichen Konflikten konfrontiert.

Bildergalerie Lausitzer Filmschau eröffnet Festivalwoche

Die Jury, bestehend aus der Schauspielerin und Regisseurin Monika Wojtyllo,  die übrigens im diesjährigen Festivaltrailer die liebreizende Lubina verkörpert, Kinobetreiberin Kerstin Adam sowie der Filmemacherin und Medienpädagogin Angela Schuster, begründete ihre Entscheidung wie folgt: „Berührend, leichtfüßig, authentisch. ‚Smy’ beeindruckt durch seine generationenübergreifende, bewegende Frage nach sorbischer Identität. Es ist bemerkenswert, wie die Jugend, wenn auch anders, die Traditionen pflegt.“

Den Sonderpreis der Stiftung für das sorbische Volk, der mit 1000 Euro dotiert ist, gewann Hella Stoletzki für „Ziwa Zenska – Die Wilde Frau“. Der Film überzeugte laut Jury mit seinem „poetisch-experimentellen Ansatz zur Erzählung einer alten sorbischen Sage. Der Film macht Mut, einen modernen Blick zu wagen.“

Eine Fridays-for-Future-Variation war der Liebling des Publikums: „Klassenkampf“, entstanden beim Cottbuser Filmworkshop „Protest!“ sicherte sich damit einen Einkaufsgutschein im Wert von 250 Euro, gestiftet von der Spreegalerie  Cottbus.

Überraschender 4. Preis

Und es gab überraschend einen vierten Preis: Durch den Abend führte Georg Martin, den nicht nur Cottbuser als Gründer und Macher des Quizlabors kennen.  Der Moderator war von der Qualität der gezeigten Kurzfilme und der Atmosphäre der Filmschau derart begeistert, dass er sich spontan entschied, sein Honorar an den zweitplatzierten Publikumsliebling zu stiften: „Unboxing Warschau“ von Robert Posselt und Vincent Grundke.

Filmfestival Cottbus Auf einen Vodka mit...

Cottbus

Die Jury hatte lange beraten, denn die Qualität der Beiträge in diesem Filmschau-Jahrgang war bemerkenswert hoch, es gab erstaunliche künstlerische und auch philosophische Ansätze. Es war ein facettenreiches Programm von Fiktion über Dokumentation bis hin zu Stop Motion. „Das Lehrerzimmer“ von Josephine Heidel hatte für ersten Jubel im Saal gesorgt, mit „Ankunft“ nahm  Falk Hoysack die Erzählung „Ankunft im Alltag“ von Brigitte Reimann aus dem Jahr 1961 ins Heute, und für abschließende Lacher sorgte  das „Model Rita“ von Udo Heuberger mit der von der Neuen Bühne Senftenberg bekannten Schauspielerin Eva Kammigan.

Unterstützung für den Nachwuchs

Mit der Lausitzer Filmschau – Luzyska filmowa psegledka – Luziska filmowa prehladka unterstützt das Filmfestival Cottbus den cineastischen Nachwuchs und ambitionierte Filmemacher aus der Nieder- und Oberlausitz. Zwei Neuerungen gab es in diesem Jahr  „Zum einen haben wir die Cottbuser in Lausitzer Filmschau umbenannt, weil wir bereits seit Jahren Filmschaffende aus der gesamten Lausitz im Blick haben“, erklärt Andreas Stein, Geschäftsführer des Festival-Veranstalters pool production GmbH. Zudem gab es die Ausweitung der maximalen Laufzeit der Filme von 15 auf 20 Minuten.

Der Kurzfilmwettbewerb gilt als inoffizieller Auftakt des Filmfestivals Cottbus, das am Dienstag im Großen Haus des Staatstheaters  Cottbus offiziell eröffnet wurde.

Mehr als 200 Filme bis zum Sonntag


Das 29. Filmfestival Cottbus findet vom  bis zum 10. November 2019 statt. In vier Wettbewerben und elf weiteren Sektionen zeigt das Festival mehr als 200 Filme, die um ein Preisgeld von insgesamt über 75 000 Euro und die begehrte Preisskulptur Lubina (sorbisch: die Liebreizende) konkurrieren. pb