Dass die Bernhard-Heisig-Schau am gleichen Tag öffnet wie die Ausstellung mit Werken Gerhard Altenbourgs, ist kein Zufall. Bei der Konfrontation von Heisigs Bildern "Der Fensteröffner" und "Zeitungsleser" mit Altenbourgs filigranem Bilderkosmos wird klar: Während Heisigs Werk von akademisch geprägter Malerei und Repräsentationswirkung geprägt ist, erschafft Altenbourg mit den Mitteln der Kunst eine Parallelwelt.

Auch die folgenden vier Expositionen widmen sich Entwicklungslinien in der Kunst während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Ostdeutschland. Im Blickpunkt steht die dreiteilige Ausstellung "Schlaglichter", die Malerei der Jahre 1949 bis 1990 aus den Beständen der Museen Frankfurt (Oder) und Cottbus sowie des Kunstarchivs Beeskow zusammenführt. Dabei soll unter Federführung des dkw ein Schlüsselwerk für jedes Jahr ausgewählt werden. Für die Direktorin des Cottbuser Kunstmuseums steht fest: "Es gibt keine homogene DDR-Kunst." Vielmehr zeige die Ausstellung, wie heterogen diese Kunst ist, welche Brüche sie aufweist. Für Ulrike Kremeier ist das Projekt auch "ein Denkanstoß in Richtung einer Fusion zu einem Landesmuseum für moderne Kunst". Fest stehe: "Die Fusion wird kommen."

Mit David Lehmann wird ein junger Cottbuser Maler, der Traditionslinien der Malerei Ostdeutschlands mit der Gegenwart zusammenbringt, einem großen Publikum vorgestellt. Das benachbarte, leer stehende frühere Naturkundemuseum erschließt die Künstlergruppe "Endmoräne". Für Kurator Jörg Sperling zielt diese künstlerische Intervention darauf, "behördliche Trägheit zu überwinden und Orte für die Kunst zu entwickeln".

Mit Ursprüngen der Plakatkunst regional renommierter Akteure wie Chris Hinze und Hans Scheuerecker befasst sich die Ausstellung von Künstlerplakaten aus dem Archiv Trümmel, die Thomas Lehmann dort seit den 80er-Jahren gemeinsam mit den Künstlern produziert hat.

Im Mittelpunkt der Werkzyk len von Manfred Paul, Vertreter der DDR-Autorenfotografie, steht die Auseinandersetzung mit Stillleben und Porträt.

Die Sommerausstellungen spannen den Bogen zwischen frühen 1980er-Jahren und Gegenwart. Dazu gehören Bestandsaufnahmen des Stadtraums in den Fotografien von Ulrich Wüst genauso wie Roland Nicolaus' Gemälde zum gleichen Thema.

Als gemeinsamer Nenner der Herbst- und Winter-Ausstellungen erweist sich Kunst als Medium der Auseinandersetzung mit der Realität. Der Plakatkünstler Volker Pfüller ist in diesem Kontext genauso angesiedelt wie der Fotograf Rudi Meisel, der deutschem Alltagsleben nachspürt.

Einen Ausstellungshöhepunkt versprechen "Los Caprichos" (Launen) von Francisco de Goya. Die 80 Kaltnadelradierungen sind kurz nach ihrem Druck im Jahr 1799 verboten worden. "Wir zeigen eine von 27 Originalmappen", sagt Ulrike Kremeier. In Bezug dazu stehen "Hexentänze" vom Annette Messager, Grande Dame der französischen Kunst.

Zum Thema:
30. Januar bis 3. April: Bernhard Heisig: "Gegenüber"30. Januar bis 3. April: Gerhard Altenbourg: Arbeiten auf Papier 27. Februar bis 15. Mai: Künstlerplakate aus dem Archiv Trümmel/Thomas Lehmann16. April bis 19. Juni: "Schlaglichter" (Arbeitstitel): Aus den Sammlungen des dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus, dem Museum Junge Kunst Frankfurt/Oder und dem Kunstarchiv BeeskowEröffnung im dkw. Kunstmuseum Cottbus: 15. April Eröffnung im Kunstarchiv Beeskow: 16. April,Eröffnung im Museum Junge Kunst: 17. April28. Mai bis 28. August: Manfred Paul: Werkzyklen28. Mai bis 28. August: David Lehmann: Arbeiten auf Papier25. Juni bis 7. August: Endmoräne 25: ". . . und diese wunderliche Welt dreht sich weiter"16. Juli bis 11. September: Ulrich Wüst: aus der Sammlung des dkw16. Juli bis 25. September: Roland Nicolaus10. September bis 13. November: Volker Pfüller: Plakate und andere Arbeiten (Arbeitstitel)8. Oktober bis 1. Januar 2017: Francisco de Goya: "Los Caprichos”8. Oktober bis 1. Januar 2017: Annette Messager: "Hexentänze"26. November bis 22. Januar 2017: Rudi Meisel. Landsleute 1977 - 1987: "Zwei Deutschlands"