Die Städtischen Museen Zittau laden gemeinsam mit dem Zittauer Geschichts- und Museumsverein am 10. Juni zum Vortrag "Feldpost als Spiegel der Gesellschaft" in der Sonderausstellung "Mitten im Krieg - Lausitzer Künstler in den beiden Weltkriegen" ein. Referentin ist die Historikerin Monique Schirmer. Neben Feldpostbriefen und -karten namhafter Zittauer Künstler, deren Werke in der Sonderausstellung gezeigt werden, wird auch Korrespondenz von Privatpersonen und Offizieren vorgestellt.

Spätestens mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges am 1. August 1914 begann die Arbeit des Feldpostwesens. Seine Hauptaufgabe bestand in der kommunikativen Verbindung der einzelnen Truppen untereinander und der Heimat. Vorrang hatte die Beförderung von militärischen und dienstlichen Schreiben. Erst wenn dies gesichert war, wurden auch Privatkorrespondenzen und Zeitungen transportiert.

Aus der Kaserne, während des Transportes, von der Front, im Lazarett oder aus Kriegsgefangenschaft wurden Briefe verschickt. Jeder Soldat hat geschrieben. Meistens waren es nur ein paar Zeilen an die Lieben daheim. Nur vereinzelt wurden Angaben über das aktuelle Kriegsgeschehen und dergleichen gemacht. Im Zweiten Weltkrieg wurden fünfstellige Feldpostnummern eigeführt. Neben Briefen und Karten wurden auch Päckchen und Pakete von der Heimat an die Front geschickt. Zigaretten, Zigarren, Salz, Socken, Zucker, Salami und Gewürze wurden am häufigsten verschickt sowie Malutensilien für einzelne Zittauer Künstler, wie Fritz Haselbach. Unter der Parole "Kampf dem Verderb" wurde auf die Verderblichkeit von Lebensmitteln aufmerksam gemacht. Das Versenden von Obst und Gemüse war ebenso untersagt wie leicht entzündliche und feuergefährliche Gegenstände, wie Streichhölzer oder Feuerzeuge.

Die Zittauer Sonderausstellung ist Teil eines Zyklus zu den Weltkriegen und ihrer Wirkung in der Euroregion Neiße, der auch weitere Ausstellungen zum Thema in Liberec/Reichenberg und Hrádek/Grottau in Tschechien umfasst.

Öffentliche Führungen zur Zittauer Ausstellung gibt es wieder am 25. Juni sowie am 2. und 16. Juli, jeweils um 15 Uhr.

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