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Familie auf Abwegen

FOTO: Verlag
Endlich. Sie sind weg. Die Eltern sind allein in den Urlaub gefahren. Malina steht auf dem Balkon, raucht "eine Zigarette für besondere Anlässe" und denkt über das nach , was ihr ihre Mutter kurz vor der Abreise erzählt hat: Ihre Eltern waren vor Jahren nach Deutschland ausgewandert, "um ein besseres Leben zu finden".

Ihre Mutter hatte vom "Eldorado geträumt und ist in Nordrhein-Westfalen gelandet". Und dann musste sie erkennen, dass "polnische Sekretärinnen" nicht gebraucht wurden und ihr Mann sich "nicht mehr Physiker nennen kann, wenn er tagein, tagaus bloß irgendwelche kaputten Fernseher durch die Gegend schleppt". Das reichte offenbar, um sich von der Vergangenheit loszusagen, selbst zu Hause nicht mehr polnisch zu sprechen. Doch Malina versteht das nicht. Durch Zufall erfährt sie, dass ihr totgesagter Opa doch noch lebt - und zwar ganz in der Nähe.

Sie macht sich auf den Weg und findet ihn tatsächlich auf einem heruntergekommenen Minigolfplatz in einem alten Wohnwagen. Er ist kein Opa aus dem Bilderbuch, sondern ein Spinner im Elvis-Kostüm, der an Talkshows teilnimmt und ein Märchen nach dem anderen von sich gibt. Malina ist enttäuscht. Aber sie gibt nicht auf. Nach einem Überfall auf den Opa haut sie mit ihm ab. Die gemeinsame Flucht bringt die beiden näher - auch wenn das Mädchen oft verständnislos mit dem Kopf schütteln muss ob seiner krummen Touren und absurden Geschichten. Die Flucht führt beide zurück nach Polen, zurück in ihre Vergangenheit. Dieser wollen beziehungsweise müssen sie sich stellen und stiften damit viel Verwirrung - bei Hauke und Ronny, der netten Pensionsbesitzerin, bei Oma und Teilen des Dorfes.

Eine ungewöhnliche Familienzusammenführung - kurzweilig, zum Kopfschütteln und stillen Lächeln.