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Experiment mit Menschen

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Ein großer Burger mit Pommes und Cola: Das ist es, was sich Protagonist Ramsay Roothoorp nach zwei Jahren in einem riesigen, von der Außenwelt getrennten Terrarium am sehnlichsten wünscht. In T. Steffen Trumpf

C. Boyles (68) neuem Roman "Die Terranauten" lebt er 24 Monate lang mit sieben Gleichgesinnten unter einer gläsernen Kuppel - freiwillig und im Dienste der Wissenschaft, die in der Wüste Arizonas ein geschlossenes und lebensfähiges Ökosystem aufbauen will. Was für die acht Terranauten als große Ehre beginnt, endet in persönlichen Intrigen und menschlichen Abgründen. Angereichert hat Boyle den Roman mit einer Art naturverliebtem Big-Brother-Charme und jeder Menge Satire. Das Ergebnis ist trotz Anlaufschwierigkeiten so, wie man es sich von einem Boyle-Roman erwartet: zufriedenstellend, aber auch ein wenig verstörend. Obwohl die Handlung vor mehr als zwei Jahrzehnten spielt, passt sie angesichts von Klimawandel und Überbevölkerung in die heutige Zeit.

T.C. Boyle: Die Terranauten. Hanser Verlag, 608 Seiten, 26 Euro