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| 15:50 Uhr

Wenige Stunden vor dem Finale des Eurovision Song Contest (ESC)
Die Buchmacher sehen Michael Schulte jetzt in Lauerstellung aufrücken

Der für Deutschland startende Michael Schulte hat bei der Generalprobe des ESC-Finals auf der Bühne voll überzeugt. International wird kurz vor dem Finale stark auf ihn als Favoriten gewettet.
Der für Deutschland startende Michael Schulte hat bei der Generalprobe des ESC-Finals auf der Bühne voll überzeugt. International wird kurz vor dem Finale stark auf ihn als Favoriten gewettet. FOTO: dpa / Jörg Carstensen
Cottbus/Lissabon. Vor dem Eurovision Song Contest (ESC), der in wenigen Stunden beginnt, wird international gewettet und gesetzt. An der Spitze der Buchmachertabelle hat sich seit Tagen kaum etwas getan: Jetzt aber holt Deutschland plötzlich rasant auf.

Wenige Stunden vor dem Beginn des Finales des diesjährigen Eurovision Song Contest liegt Deutschland bei den Buchmachern gut im Rennen. Seit Freitag schwankt Michael Schulte aus Buxtehude mit seiner Ballade „You let me walk alone“ in der Tabelle der Wettquoten zwischen Platz 5 und 6. Der 28 Jahre alte Sänger hat also den Wetteinsätzen zufolge gute Chancen auf einen Platz unter den besten zehn. Sein bewegender Auftritt mit der aufblasbaren Projektionswand kommt in Lissabon gut an.

Vor einer Woche und auch laut einer RUNDSCHAU-Umfrage in der Lausitz standen die Chancen noch viel schlechter, da rangierte Schulte im hinteren Mittelfeld. Nun sei er „in Lauerstellung“ und der Song plötzlich „eines der favorisierten Lieder“», schreibt ESC-Experte Jan Feddersen auf der deutschen Webseite des Wettbewerbes. Schulte konnte bei den Proben in der Altice Arena und beim Jury-Finale am Freitag die Herzen gewinnen.

Bei den Buchmachern liegt Eleni Foureira aus Zypern mit ihrem Dance-Popsong „Fuego“ ganz vorn, die im glitzernden Catsuit und mit feuriger Bühnenshow antritt. Dahinter folgt die lange als Top-Favoritin gehandelte Netta aus Israel. Sie geht mit dem schrillen Frauenpower-Song „Toy“ im knallbunten Outfit an den Start. Auch Irland, Frankreich und Schweden liegen den Wettquoten zufolge weit vorne. Allerdings ist der ESC immer für Überraschungen gut: Im vergangenen Jahr wurde Italien lange als Top-Anwärter auf den Sieg gehandelt und landete am Ende auf Rang 6.

Michael Schulte hat sein gefühlvolles Stück für seinen vor 13 Jahren verstorbenen Vater geschrieben. Wenn er vor der aufblasbaren Projektionswand aus dem Dunkel auftaucht und mit seiner sanften Stimme „I’m a dreamer, A make-believer“ anstimmt, zieht in der Arena Stille ein. Dann tauchen einzelne Worte aus dem Text und Fotos von Vätern und Söhnen auf der Leinwand auf. Viele Zuschauer sprechen von einem „Gänsehaut-Gefühl“.

Feddersen kommentiert: „Es ist keine Geschichte, die er für sich erfindet. Die gibt es wirklich: ein Vater, um den er trauert, weil er ihn nach dessen Tod vermisste und immer noch vermisst, jetzt, da er selbst Vater wird.“ Schulte hatte erst am Donnerstag öffentlich gemacht, dass er im August Vater eines Jungen wird. Lange hatte er das Geschlecht des Kindes geheimgehalten.

(dpa/kw)