Die Köthener Bachfesttage wollen sich in diesem Jahr in modernisierter Form präsentieren. Das am Sonntag beginnende Bachfest soll "frisch, unmittelbar und direkt" sein, sagt der neue Intendant Folkert Uhde. Er habe es mit Halb- oder Viertelkonzerten weiterentwickelt, die etwa 40 und 20 Minuten dauern. "Auch die Bandbreite von elektronischen Bach-Adaptionen über Videokunst bis hin zur Balkan Brass Band wird ihren Beitrag leisten."

Mit dem BachCollektiv gibt es erstmals ein eigenes Ensemble. Intendant Uhde: "Ich wollte schon immer so etwas wie eine All-Star-Band gründen. Nun ist es so weit. 18 Musiker aus elf Nationen sind eine ganze Woche in Köthen zusammen, proben und spielen. Natürlich haben wir es mit ausgewiesenen Bach-Spezialisten im Alter zwischen 24 und Ende 50 zu tun. Da entsteht eine ganz tolle Energie. Die meisten kennen sich nur aus der Ferne und freuen sich sehr auf das, was kommt."

Die Bachfesttage bieten bis 4. September Konzerte und ein Schlossfest unter dem "umsonst und draußen" zu Ehren Johann Sebastian Bachs, der hier von 1717 bis 1723 Hofkapellmeister war. Sie werden seit 1967 alle zwei Jahre veranstaltet.

Bach (1685-1750) fühlte sich einst in seinem Schaffen von Köthen beflügelt. Während seiner Zeit als Kapellmeister und Kammermusikdirektor unter Fürst Leopold entstanden bekannte Werke. So komponierte Bach hier die Brandenburgischen Konzerte sowie mehrere Suiten und Sonaten für Violine.

Obwohl der Komponist den Hof Anhalt-Köthen 1723 in Richtung Leipzig verließ und Thomaskantor wurde, blieb er fürstlicher Kapellmeister. Bis zum Tod des Fürsten 1728 lieferte er die Musik zu den Festtagen des Hauses.

Das Schloss beherbergt eine Gedenkstätte, in der Stadt selbst gibt es seit 1885 ein Denkmal. Im Schloss hat auch die Köthener Bachgesellschaft ihren Sitz.