Jetzt werde lebensnah und packend anhand von Einzelschicksalen auch 300 Jahre Einwanderung nach Deutschland gezeigt, sagte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU). "Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Integration." In Deutschland lebten schon jetzt rund 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund.

Für Besucher war der zweite Abschnitt des 2005 eröffneten Deutschen Auswandererhauses erstmals am Sonntag zu sehen. Dass ein Museum so erfolgreich privatwirtschaftlich betrieben werde, sei einzigartig in Deutschland, betonte Neumann. Dies habe den Ausschlag dafür gegeben, dass sich der Bund mit zwei Millionen Euro an den Gesamtkosten des Erweiterungsbaus von 4,5 Millionen Euro beteiligt habe. Auszeichnungen wie der europäische Museumspreis und jährlich mehr als 200 000 Besucher machten die herausragende Stellung des Hauses in der deutschen Museumslandschaft deutlich.

Im älteren Teil des Deutschen Auswandererhauses können Besucher quasi in die Biografie eines echten Auswanderers schlüpfen und ihn in die USA begleiten. Im neuen Teil tauchen sie dann in den Bahnhof Grand Central Terminal in New York ein und erfahren viel über das Leben der Auswanderer, die im neuen Land zu Einwanderern geworden sind.

Ein weiterer Abschnitt befasst sich mit der Geschichte von Einwanderern nach Deutschland. Dazu wurde eine Ladenzeile aus dem Jahr 1973, dem Jahr des Anwerbestopps, mit Originaleinrichtungen gestaltet. Mit der Erweiterung wird das Deutsche Auswandererhaus nach Angaben von Direktorin Simone Eick zum ersten Migrationsmuseum in Europa.