Ang Lee war bereits vor zwei Jahren mit einem Goldenen Löwen für "Brokeback Mountain" ausgezeichnet worden. Der Künstler widmete seinen Preis dem kürzlich gestorbenen schwedischen Meisterregisseur Ingmar Bergman.
Als bester Darsteller wurde Hollywood-Star Brad Pitt für seine Hauptrolle im Western "The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford" von Regisseur Andrew Dominik geehrt. Die Schauspielerin Cate Blanchett bekam für ihre "moderne Hosenrolle" in "I'm not There" von Todd Haynes den Preis als beste Darstellerin. Sie spielt den US-Kultmusiker Bob Dylan.
Für den italienischen Regie-Altmeister Bernardo Bertolucci ("Der letzte Tango in Paris", "Der letzte Kaiser") gab es in Venedig einen Goldenen Ehrenlöwen für sein Lebenswerk. Der 66-Jährige wurde bei der festlichen Gala vom Publikum mit stürmischem Applaus frenetisch gefeiert.
Den silbernen Löwen für die beste Regie gab es für den Irak-Kriegsfilm "Redacted" von Hollywood-Regisseur Brian De Palma. Der Spezialpreis der Jury fiel auf "Le Grain et le Mulet" des französisch-tunesischen Regisseurs Abdellatif Kechiche sowie auf "I'm Not There"von Todd Haynes. Unter den 22 Wettbewerbsfilmen war erneut kein eigener deutscher Beitrag. Es gab lediglich zwei deutsche Ko-Produktionen, die allerdings in Nebenreihen liefen. Es handelte sich um den Dokumentarfilm "Staub" von Hartmut Bitomsky und die schwarze Tragikkomödie "Freischwimmer" von Regissur Andreas Kleinert.
Die Entscheidung der Jury unter der Leitung des chinesischen Regisseurs Zhang Yimou war nicht einfach: Einige Kritiker sprachen von Ernüchterung am Lido. Zwar liefen mehrere Hollywood-Produktionen mit großer Starbesetzung, ein wirklich großer, mitreißender Film war jedoch nach vorherrschender Meinung nicht darunter. (dpa/pb)