Mit seiner neuen Show "The Wyld - Nicht von dieser Welt" will Europas größtes Revue-Theater alle bisherigen Rekorde brechen. Mehr als zehn Millionen hat die "Grand Revue" gekostet - und bietet dafür eine atemberaubende Mischung aus Tanz, futuristischem Lichtspiel und akrobatischer Höchstleistung.

"Wir wollen nicht Las Vegas kopieren, sondern eine ganz eigene, typische Berliner Variante schaffen", sagt Intendant Berndt Schmidt. "In einer Stadt, die einst die Hauptstadt des NS-Terrors war, steht unsere Show für das freie und tolerante Berlin."

Und so bevölkern denn Dragqueens, Paradiesvögel, Schwulis, Edel-Punks und andere bunte Großstadtgewächse die fetzige, temporeiche Inszenierung. Publikumslieblinge sind die vier ukrainischen Muskelpakete White-Gothic, die mit ihren Körpern schier unglaubliche Skulpturen formen. Aber auch das russische Duo Markov heimst mit seinem poetischen Trapez-Tanz viel Applaus ein.

Für die künstlerische Leitung der Show zeichnet diesmal der Pariser Modezar Manfred Thierry Mugler verantwortlich, der nicht nur Parfums wie "Angel" und "Alien" schuf, sondern auch schon für den Cirque du Soleil das aufsehenerregende Programm "Zumanity" entwarf.

Zusammen mit dem italienischen Modedesigner Stefano Canulli schickt Mugler die Berliner Tänzer als weiß leuchtende Aliens oder goldglitzernde Königsgarde auf die Bühne. Den Auftritt des ungarischen BMX-Künstlers Balázs Földváry begleiten sie als fetzige Sporttruppe.

Und als schließlich auch noch Nofretete als berühmteste Berlinerin wie in Gold gegossen aus der Museumsvitrine steigt, fühlt sich der Zuschauer vollends in andere Welten versetzt. ",The Wyld' steht für all die Schwingungen der Stadt: Energie, Modernität, Zeitlosigkeit und Kultur", notiert Mugler im Programmheft. "Das ist es, was ich mit dieser Show vermitteln will, die größer ist als das Leben."

Ähnlich wie beim Vorgängerprogramm "Show Me" gibt es keine feste Rahmengeschichte, sondern eine straff durchkomponierte Nummernrevue. Zehn namhafte Choreografen, darunter Brian Friedman und Itzik Galili, erarbeiteten mit dem 60-köpfigen Hausballett ein ungewöhnlich breites Programm.

Selbst die traditionelle "Girlreihe" mit schwingenden Mädchenbeinen (Durchschnittslänge 1,05 Meter) hat jeden Hauch von Altbackenheit verloren und kommt witzig, fast selbstironisch daher. Und Jürgen Schmidt-André sorgt mit seinem faszinierenden Bühnenbild - mal Berliner Alex, mal königliche Party-Katakombe - für das richtige Ambiente.

Fazit: Der Friedrichstadt-Palast, in dem zu DDR-Zeiten die Familienserie "Ein Kessel Buntes" entstand und ganze Generationen Jugendweihe feierten, ist mit "The Wyld" endgültig im 21. Jahrhundert angekommen.

Eintrittskarten für "Wyld" gibt es auch unter der RUNDSCHAU-Tickethotline (0355) 481 555.