| 17:32 Uhr

Berlin
Elyas M’Barek als Kümmerer

Elyas M‘Barek (als Lenny, unten) trägt Philip Noah Schwarz (als David) in einer Filmszene auf seinem Rücken.
Elyas M‘Barek (als Lenny, unten) trägt Philip Noah Schwarz (als David) in einer Filmszene auf seinem Rücken. FOTO: Jürgen Olczyk / dpa
Berlin. (dpa) Nobeldisco und Reha-Klinik, zwei Welten, die weiter nicht auseinander liegen könnten: Während der fast 30-jährige Partylöwe Lenny (Elyas M’Barek) jede Nacht feiern geht und das Geld seines Vaters verprasst, pendelt der seit seiner Geburt herzkranke 15-jährige David (Philip Schwarz) zwischen Krankenhaus und bescheidenem Zuhause im Hochhaus hin und her - und weiß nicht, ob er seinen 16. Geburtstag erleben wird.

Als der orientierungslose Spaßvogel Lenny den Bogen überspannt und seinen Sportwagen im Pool versenkt, zieht sein Vater (Uwe Preuss), ein Herzspezialist, die Reißleine, und verdonnert seinen missratenen Sohn dazu, sich um den vom Schicksal gebeutelten David zu kümmern.

Dies ist die Ausgangssituation von Marc Rothemunds „Dieses bescheuerte Herz“, der auf einer authentischen Geschichte basiert: In dem gleichnamigen Buch erzählen der Journalist Lars Amend und der herzkranke Jugendliche Daniel Meyer von ihrer Freundschaft und den gemeinsamen Erlebnissen. Rothemunds Film dagegen entpuppt sich trotz des ernsten Hintergrunds als leicht konsumierbare Feel-Good-Komödie, die auf schnelle Lacher aus ist und eher sentimental und gefühlsduselig daherkommt als wirklich herzergreifend ist.

Und dies liegt auf keinen Fall an den gut aufgelegten Schauspielern. Komödienstar und Publikumsliebling Elyas M’Barek („Fack ju Göhte“) nimmt man den feiersüchtigen Partylöwen und Schnösel ebenso ab wie den ehrlich besorgten Kümmerer, der in dem herzkranken, aber sehr lebenslustigen Teenager David eine Art kleinen Bruder findet, mit dem man auch viel Blödsinn anstellen kann. Und der 2001 geborene Philip Schwarz („Herzensbrecher“) meistert die schwierige Rolle des chronisch Kranken, der oft hyperaktiv ist und auch mal richtig nervig sein kann, mit Bravour und ohne falsche Untertöne.

Das Problem des Films liegt schlicht darin, dass die Drehbuchautoren Maggie Peren und Andi Rogenhagen sich nicht wirklich auf das Potenzial der Geschichte eingelassen haben, sondern zu oft im Komödien-Korsett steckenbleiben.

Dieses bescheuerte Herz, Deutschland 2017, 102 Minuten

(dpa)