Es sind 22 außergewöhnliche Gemälde von Bernhard Heisig, bis zuletzt ein besessener Maler, die die Erbengemeinschaft des Nachlasses Sammlung Vera Schreck dem dkw und dem Potsdam Museum - Forum für Geschichte und Kunst überlässt. Jenes Nachlasskonvolut, das Werke aus allen Schaffensphasen des Künstlers enthält, wird für die kommenden zehn Jahre gemeinschaftlich von den beiden Museen verwaltet und ausgestellt.

In Cottbus werden Ende des Monats zunächst die Werke "Der Pakt" (zu Faust, zweite Fassung), 1995, "Allee II" (grün), 2008, "Ausblick in Warnau", 1978, "Fensterausblick in Bulgarien", 1969, "Zeitungsleser", 1995, "Christus soll schweigen", 1991, "Der alte Jude", 1988, "Maskentisch", 1998, "Mephisto", 2007, "Lugano bei Nacht", 1992, und "Geburtstagsblumen auf Schachtisch", 1985, erwartet.

"Die Dauerleihgabe der elf Gemälde von Bernhard Heisig sind wirklich ein Glücksfall für Cottbus", freut sich dkw-Chefin Ulrike Kremeier. Die im vergangenen Herbst verstorbene, aus Halle stammende Sammlerin, Vera Schreck, war in den 1950er-Jahren nach Köln gezogen. Sie blieb jedoch zeit ihres Lebens der Kunstszene der DDR verbunden und hat bis zu ihrem Tode ihre Kunst gekauft. "Ihr Wunsch war es, dass die wichtigen Werke ihrer Sammlung in die dazu passenden Sammlungen überführt werden, anstatt in den heimischen Wohnzimmern ihrer Erben zu hängen", weiß Ulrike Kremeier. Gemeinsam mit dem Museum Junge Kunst in Frankfurt (Oder) besitzt das dkw Cottbus die größten Bestände an DDR-Kunst. Es gibt ein Konzept, beide Museen in einem Landesmuseum für Moderne Kunst an zwei Standorten zusammenzuführen.

So ist es wohl kein Zufall, dass dem dkw das Angebot der Dauerleihgaben von elf Heisig-Werken und der Betreuung des Gesamtkonvolutes angetragen wurde. Weitere Malereien werden im Potsdam Museum stationiert sein. Es soll aber einen regen Austausch der Werke und somit eine gemeinsame Reflexion geben.

"Für das dkw ist es großartig, dass unser ohnehin schon ganz erklecklicher Bestand an Werken von Bernhard Heisig nun aufgestockt wird. Damit verfügen wir über einen sehr guten Querschnitt seiner verschiedenen Schaffensphasen", so die Direktorin des Kunstmuseums.

Und auch darüber ist sie sehr froh: Aus der privaten Sammlung Baier erhielt das dkw eine großzügige Schenkung von 110 seltenen Grafiken aus den 1960er- und 1970er-Jahren von 29 Künstlern.