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| 14:30 Uhr

Musicalkomödie
Eiszeit am Senftenberger See

Jessica (l.) und Lucy schwnken für echtes 90er-Jahre-Feeling im Amphitheater die Eisfahnen.
Jessica (l.) und Lucy schwnken für echtes 90er-Jahre-Feeling im Amphitheater die Eisfahnen. FOTO: Rasche FOTOGRAFIE / Steffen Rasche
Senftenberg/Großkoschen. Mit der Musicalkomödie „Eis Eis Baby“ wird das Amphitheater zum wilden Disko-Dancefloor. Von Ida Kretzschmar

Am Senftenberger See ist an diesem heißen Samstagabend die Eiszeit ausgebrochen. Kalt wird es dabei nicht. Ganz im Gegenteil. Denn mehr als 450 Zuschauer landen dicht an dicht mitten in den 90ern, zurückge­beamt in Disko-Zeiten. Mit irre wilder Musik wird das Amphitheater zum Dancefloor. Je verrückter, desto besser.

„Sing a Song“ fordert Lucy (Katharina Beatrice), die nach einer langen Partynacht auf Ibiza mit Sangria-Brummschädel auf einer Liege landet. Unglücklicherweise direkt vor der niegelnagelneuen Eisdiele von Jessica (Jaqueline Reinhold) aus Bautzen, die damit die Eröffnung von „Eis Eis Baby“, so auch der Name des Sommermusicals der Comödie Dresden, gefährdet sieht. Nach einer eiskalten Aufmunterung in der Geschmacksrichtung Limette-Chili lässt sich die Eisdielenpremiere „Together“ retten, auch wenn Jessicas Lover sich da erbärmlich raushält.

Wobei noch der Bratwurst-Typ Joe (Jürgen Brehm) zur Räson gebracht werden muss, der mit seinem Grillgestank die Eisfans vertreiben könnte. „It’s my life“ hält er dagegen. Jessica aber überzeugt auch ihn mit ihrer Geschmacksoffensive. Nach dem Motto: Der Klügere gibt Nach(tisch). Da aber taucht ein Vertreter von der Konkurrenz auf, der die naive Unternehmensgründerin zu erpressen versucht. Der ältere Herr entpuppt sich als Mr. Wehn und hat nicht nur den „Mr. Vain“ gänsehautmäßig drauf wie seinerzeits Culture Beat. Der kann auch unnachahmlich seine störrischen Augenbrauen richten und fährt aus dem grauen Anzug mit Kunststückchen, die grandiose Lacher provozieren. Am Ende versichert er Jessica:  „I‘m the one who wants to be with you“...

Eine Musicalkomödie, sommerleicht serviert, glitzernd und sexy wie die Musik der 90er und genauso mitreißend. Am Ende sind sie zu viert, die Jessica beistehen und gemeinsam einen Traum feiern. Nein. Hunderte feiern mit. Großer Beifall, Jubel, anerkennende Pfiffe für gute Stimmen und tolle Stimmung, die nach Nachschlag verlangt. Und die vier lassen nicht lange bitten, Lucie steigt noch einmal in ihre verruchtesten Disko-Klamotten, Joe drippelt in kurzen Hosen und Fellstulpen auf. Die brave Jessica überrascht in hautengen goldenen Hosen, Mr. Wehn im Military-Look auf: „Bailando, bailando ...“ Tanzen, tanzen, um zu verhindern, das ein Traum schmilzt „like Ice in the Sunshine“.

Mr. Wehn alias Ramon Hopman gibt noch eine Extraportion drauf: Während er einen Stuhl auf der Stirn balanciert, wird endgültig klar, was es bedeutet, einen Traum zu leben. Schon im Alter von vier Jahren träumte er davon, ein Clown zu sein. Und er ist ein wirklich großartiger Komiker geworden, darin ist sich das Publikum Tränen lachend einig, das sich an diesem Eiszeit-Abend natürlich auch Tiefgefrorenes gönnt. Der in Monte Carlo als „Bronzener Clown“ ausgezeichnete Hopman steht übrigens auf Eiskugeln mit Käsegeschmack ...

Die nächsten Vorstellungen im Amphitheater: Heute und morgen, 20 Uhr: Die Fete endet nie. Am 2. September bietet die Comödie Dresden Zickenzirkus. Karten unter Tel.: 03573 801286 oder www.theater-senftenberg.de