In Brandenburg kennen Stefan Berg nicht allzu viele, denn der „Spiegel“, das Nachrichtenmagazin, für das er arbeitet, hat überall in Ostdeutschland eher bescheidene Verkaufszahlen. Berg zählt aber ohne Zweifel zu den Journalisten, die in den letzten fünfzehn Jahren das nicht immer schmeichelhafte Bild Brandenburgs in den deutschen Medien entscheidend geprägt haben. Jetzt schreibt er in eigener Sache. Er hat kurze Zeit gezögert, ob er seine Parkinson-Erkrankung öffentlich machen wird. Auch dieses Zögern war eine dieser Zitterpartien, die jetzt sein Leben prägen.

„Zitterpartie“ heißt auch sein jetzt erschienenes Buch, das weit mehr ist als die Auseinandersetzung mit der als unheilbar gesehenen Schwächung des Nervensystems, die dann zu einem immer weiter gehenden Kontrollverlust der Muskeln führt. Es ist eine in Form eines Romans geführte Auseinandersetzung mit einem Leben, das immer wieder an Grenzen stieß.

Berg wuchs in der DDR auf, in unmittelbarer Nähe der Berliner Mauer, die seine Welt einengte. Er diente später als Bausoldat und erlebte wie alle, die den Dienst an der Waffe verweigerten, die subtilen Schikanen eines Regimes, das keine Toleranz kannte. So entwickelt sich seine Geschichte vom Mann, der gefangen wird von einer Furcht erregenden Krankheit auch zu einem Versuch, das Leben als stetige Herausforderung mit dem Ungewollten zu begreifen. Die Konsequenz daraus ist das Engagement für das Richtige und so wird aus dem Journalisten nicht nur der Buchautor, sondern einer, der mithelfen will, die Behandlung von Parkinson voranzubringen. Berg traf dabei auch auf Stephan Goerike, einen Brandenburger Unternehmer, der einige Zeit für die CDU des Landes arbeitete und dessen Vater unter der Krankheit leidet. Goericke organisiert Tulip, die alljährliche deutsche Parkinson-Gala und gewann dieses Jahr die Puhdys für einen Auftritt. Alle zusammen wollen sie mit Tulip 2011 einem Zentrum in Beelitz helfen, das neue Methoden in der Parkinson-Therapie entwickelt.

Die Gala findet am Samstag im Valk-Hotel Blankenfelde statt. Karten sind unter www.parkinson-gala.org erhältlich. Stefan Bergs Buch ist im Chrismon-Verlag erschienen und kostet 12,90 Euro (ISBN 978-3-86921-089-6).