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| 01:35 Uhr

Ein Wundermantel aus Klängen und Poesie

Maite Itoiz und John Kelly verzauberten Cottbus.
Maite Itoiz und John Kelly verzauberten Cottbus. FOTO: Helbig
In einen Wundermantel schien am ersten Adventssonntag die Cottbuser Stadthalle gehüllt zu sein. Von Steffi Schubert

Und das lag nicht nur am zauberhaften Inhalt der Show „Tales From The Secret Forest“ , den Geschichten aus dem geheimen Wald, in den Maite Itoiz und John Kelly das Publikum entführten. Es war vor allem die Komposition aus Klängen, Poesie und großen Stimmen, die eine unglaubliche Faszination ausstrahlte.
Es ist das erste gemeinsame Projekt, mit dem die spanische Sopranistin Maite Itoiz (32) und der ehemalige Frontmann der Kelly Family, John Kelly (40), derzeit in Deutschland auf Tournee sind. Eine musikalische Kreation, die sie selbst geschaffen haben. Sie, die sich schon als Kinder in Spanien begegnet waren - die Kelly-Sprösslinge hatten Gitarren-Unterricht bei Maites Vater, dem weltweit bekannten Flamenco-Gitarristen Carlos Itoiz, gehabt - und vor zehn Jahren zueinander fanden. Inzwischen verheiratet, haben sie ihr persönliches Märchen in ihre Show eingewoben, die eine Mischung aus Pop-Balladen, altertümlicher Musik, irischen Folk-Rock-Rhythmen und spanischen Gitarren ist.
Märchenhaft in Nebel gehüllt ist denn auch die Stadthalle, als die beiden die Bühne betreten. Für John Kelly ist es ein besonderer Tag an einem besonderen Ort - war er doch vor 18 Jahren mit der Kelly Family hier aufgetreten, und auch Maites Vater war dabei gewesen. Nun ist John Kelly zurückgekehrt, mit kürzeren Haaren und ganz anderer Musik - nach einer kometenhaften Karriere mit der Kelly Family, die über 20 Millionen verkaufte Alben hervorgebracht hatte. Gemeinsam mit Maite Itoiz, die als Sopranistin bereits mit den wichtigsten Opernsängern der Welt aufgetreten ist.
Im Schein des Bühnen-Mondes prallen ihre Stimmen mit einer wunderbaren Wucht aufeinander. Das Publikum ist gerührt - nicht nur die polnischen Teenager, die extra angereist sind und die vorderen Reihen belegen. Auch die betagteren Zuhörer, die sicher nicht zu den „hinübergeretteten“ Kelly-Fans zählen.
Mittelalter mischt sich mit Realität, rockige mit keltischen Weisen. Die zarte Maite Itoiz hängt sich mal die E-Gitarre um, mal tanzt sie elfengleich über die Bühne oder überrascht mit einem Stück aus Puccinis „La Bohéme“ . Es ist ein Abend der Gefühle und Erinnerungen, die nicht nur John Kelly ereilen, als er „Red Shoes“ singt, ein Lied der Kelly Family, und dabei an seinen verstorbenen Vater denken muss. Auch wenn die Gitarren des Öfteren streiken und die Stadthalle nicht voll ist - es haben nicht nur die Mädels Spaß, die auf der Bühne mit den Künstlern zu irischen Weisen tanzen dürfen. Den Wundermantel haben wohl einige mit nach Hause genommen.