Die Musik von Shawue ist schwer in ein bestimmtes Genre einzuordnen. Die Band-Mitglieder bezeichnen ihren Stil selbst als „Message Folk“ – eine Mischung aus Rock, Folk, Reggae, Pop, Blues, Deutschrock und Folklore. Ungewöhnlich ist dabei der Einsatz der Mandoline, die mit anderen folktypischen Instrumenten gemischt wird, ähnlich wie bei Bob Dylan oder Neil Young. „Wir haben von Beginn an aber immer deutsch gesungen“, betont Lutz Neumann. Dabei hätten bei ihnen beispielsweise BAP und Wolf Maahn Spuren hinterlassen. Vor allem in den Jahren nach der Wende wurden ihre Lieder oft im Radio gespielt, auch heute sind sie noch gelegentlich zu hören.

Mit Einsatz und Leidenschaft dabei
„Die Band ist wie ein viertes Kind für mich“, sagt Mitbegründer Lutz Neumann. Mit großer Leidenschaft hängt er an der Gruppe, die längst ein Teil seines Lebens geworden ist. Enthusiasmus und viel Herzblut steckt der Komponist in die tägliche Arbeit. „Ein Leben ohne Shawue kann ich mir nicht vorstellen“, sagt der 48-Jährige. Auch die anderen Mitglieder identifizieren sich mit der Band. Schlagzeuger Andreas Krüger ist seit sechs Jahren dabei. „Shawue habe ich schon früher als Fan sehr gemocht“, erzählt der 40-Jährige. Als er eine Mitarbeit angeboten bekam, sagte der Drummer sofort zu. „Ich habe mich vor allem riesig auf die Konzerte gefreut.“ Andreas Mann ist mit der Gruppe ebenfalls schon seit 20 Jahren verbunden. Früher als Fan, später übernahm er den Part der Gitarre. Leben können die Bandmitglieder nicht von ihrer Musik. Lutz und Heike Neumann sowie Andreas Krüger arbeiten als Freiberufler und geben Musikunterricht. Andreas Mann ist bei Tropical Islands beschäftigt. Die 18-jährige Charlott Neumann bastelt am Lu ckauer Gymnasium gerade an ihrem Abitur.
Shawue stand schon mit bekannten Bands, wie beispielsweise der britischen Gruppe „The Troggs“ ( „Wild Thing“ ), auf der Bühne. Anfang der 90er-Jahre spielten sie unter anderem in Goßmar (bei Luckau) mit „Rammstein“, „Virginia Jetzt“ und „Sportfreunde Stiller“, die jeweils als Vorband auftraten. Bei Festivals spielten sie vor mehr als 20 000 Zuschauern. Zum 20-jährigen Jubiläum bekam die Folkrock-Band ein ganz besonderes Geschenk: Der ehemalige Gitarrist und Songwriter der deutschen Hard rock-Band „Scorpions“ , Uli Jon Roth, trat bei einigen Konzerten im vergangenen Jahr als Gast-Spieler auf. „Das war einer der Höhepunkte unserer Karriere und ein einmaliges Erlebnis“, schwärmt Lutz Neumann, der den Star als ganz normalen Menschen beschreibt. Roth hatte Shawue auf einem Konzert gehört und war vor allem von der Musik und den Texten begeistert. Daraufhin bot er sich für einige Gast-Auftritte an.
Shawue hat viele Höhen und Tiefen durchlebt, die Besetzung wechselte mehrmals. Die Gründe waren vielseitig. Entweder verhinderten berufliche Aktivitäten ein Engagement oder die Ansichten zur Musik entwickelten sich auseinander. „Wer sich mit den Songs nicht identifizieren kann, für den ist es schwierig, in der Band zu bleiben“, zeigt Lutz Neumann Verständnis für seine Kollegen.

150 Konzerte vor der Wende
Lutz Neumann gründete die Band 1987, damals noch unter dem Namen „deja-vu“. Ein Jahr später wurde die Gruppe in Shawue umbenannt, „um Verwechslungen mit anderen Bands zu vermeiden“, erinnert sich der Sänger. In den Jahren 1987 und 1988 spielte Shawue auf rund 150 Konzerten im gesamten Gebiet der DDR. Sie gehörte zu dieser Zeit zu den bekanntesten Gruppen des Landes. Nach einer kreativen Pause 1991 startete die Kultband 1992 wieder richtig durch. In diesem Jahr entstanden zahlreiche neue Lieder, wie beispielsweise „Mein Vater war kein Millionär“, „Planet Wunderwelt“ oder „Jetzt ist alles vorbei“.
Mit dem Song „Der Wald“ nahm Shawue am deutschlandweiten Wettbewerb für Rockbands teil. Von mehr als 2000 Gruppen schafften es die Lausitzer unter die ersten 20. „Das Lied wurde auf einer CD veröffentlicht, welche dann als Unterrichtsmaterial an amerikanischen Schulen diente“, erzählt Lutz Neumann. „Wir haben viel Post aus Amerika erhalten.“
2003 begann Lutz Neumann mit der Arbeit zum neuen Album „Silbermond“ , welches im März des darauf folgenden Jahres erschien. Mehr als 50 Konzerte gab die Gruppe 2004. Dabei hatte auch die damals 15-jährige Charlott Neumann, Tochter von des Bandleaders, ihre ersten Auftritte. Die heutige Abiturientin ist Shawue treu geblieben und längst festes Bandmitglied. Die Bassistin und Sängerin möchte einmal die Tradition ihrer Eltern fortsetzen. „Wenn mein Vater nicht mehr spielt, führe ich die Band fort“, sagt sie.
Sänger Lutz Neumann gibt gelegentlich auch Solo-Konzerte als „Lutz de Shawue“. Dabei tritt er nur mit seiner Gitarre auf. Der Lausitzer ist Musiker durch und durch. Schon mit 13 Jahren schrieb er seine ersten Songs, zwei Jahre später wurde er Mitglied in einer Band. Der 1960 in Luckau geborene Komponist studierte nach der Schule und Lehre Gesang, Gitarre und Tontechnik. Seine ersten Erfolge hatte der Musiker zu Beginn der 80er-Jahre mit der Band „Report“. Mit seinem Lied „Erinnerung“ lag er einige Wochen auf Platz Eins der DDR-Charts. „Viele Songs fielen damals der Zensur zum Opfer“, erinnert er sich. Probleme gab es vor allem 1984 mit seinem Lied „Der Wald stirbt ab“, welches bereits nach einer Aufführung verboten wurde. „Gegen Ende der 80er-Jahre wurde in der DDR vieles liberaler. Kurz vor der Wende spielten sogar einige Radiosender das Lied.“

Proben für die Sommer-Tour
Shawue studiert derzeit das Programm für die neue Konzert-Saison ein. Immer freitags proben die Musiker in ihrem kleinen Tonstudio in Wüstermarke rund vier Stunden lang. In der Region treten sie als nächstes am 21. Juni in Lübbenau (Kulturhof) auf. Ende des Jahres will Lutz Neumann mit der Arbeit für ein neues Album beginnen.

Zum Thema Shawue-Tourdaten
21. 06.: Lübbenau (Kulturhof)
12. 07.: Wehrhain (Bikertreffen)
02. 08.: Altdöbern (Schwimmb.)
08. 08.: Prösen (Sportplatz)
09. 08.: Klein Partwitz
22. 08.: Cottbus (Comicaze)
05. 09.: Gehren (Waldbühne)
20. 09.: Medingen (Gasthof)
11. 10.: Torgau (Kulturbastei)
19. 12.: Cottbus (Comicaze)
25. 12.: Medingen (Gasthof)
26. 12.: Reichwalde (Gasthaus)