Johann Holtrop, den Vorstandsvorsitzenden der Assperg Medien AG. Was macht ein Top-Manager wie Holtrop, der ungekrönte Zeitungs- und Fernseh-Zar der Bundesrepublik, in Senftenberg?

Steht etwa das ominöse Flughafengroßprojekt "10. GlückAufFest" oder gar die Neue Bühne im Visier des Konzerns? Wird die Region jetzt zur globalen Drehscheibe der Assperg AG?

Keine Bange. Zwar hat der Unternehmenschef, der bereits in den frühen Morgenstunden des heutigen Tages nach Hongkong abgeflogen ist, den Zwischenstopp genutzt, um sich über die Arbeit des Theaters zu informieren. Dr. Holtrop plant jedoch - wie er mir glaubhaft versicherte - nicht, die Neue Bühne seinem Firmenimperium einzuverleiben.

Einen spektakulären Deal fädelte er jedoch im Reich der Mitte ein: In diesen Stunden will Holtrop dort den Marktführer in Sachen Fernsehwerbung, Star TV, übernehmen. Und auch wenn Johann Holtrop gestern in dieser Sache jeden Kommentar vermied, durchgesickert ist längst: Der Aufsichtsrat hat einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag für einen Firmenzukauf in China freigegeben.

Ob das Geschäft gut geht? An der Börse kursieren seit Wochen Gerüchte von verheerenden Umsatzeinbrüchen. Selbst in der neusten Ausgabe der linksliberalen "Woche" verdunkeln erstmals Kritik und die Warnung vor einer Konzern-Überschuldung das Bild vom strahlenden Überflieger der Medienbranche. Dennoch: Dr. Holtrop überrascht uns unentwegt. Er plane, so lesen wir unter der Schlagzeile "Der Zukunftsfreak", einen Roman. Grandios! Und wie aktuell ist da wieder die Neue Bühne. Hier wird schon für eine Lesung geworben. - Warum nur ist als Autor ein gewisser Rainald Goetz genannt? Hat Johann Holtrop das Buch etwa unter Pseudonym publiziert? In fünf Tagen wissen wir es genau. Paul Propeller