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| 02:42 Uhr

Ein sehr persönliches Buch

FOTO: Verlag
Bartholomäus Grill ist das, was man im Journalismus eine "Edelfeder" nennt. Ein wortgewaltig-eleganter Schreiber, der sich mitunter abseits der Tagesaktualität auf eine sehr persönliche und manchmal auch unkonventionelle Weise bestimmten Themen kritisch nähert. Ralf E. Krüger

Der langjährige Afrika-Korrespondent Grill (59) enttäuscht auch bei seinem jüngsten Buch nicht. "Um uns die Toten - meine Begegnung mit dem Sterben" - so der Titel - ist eine sehr persönliche und auch nachdenkliche Art von Lebensbilanz. Sie rückt den Tod als steten Begleiter des Autors in dessen ganz persönlichem Umfeld wie auch in seinem Berichterstattungsgebiet ins Zentrum.

An den Brennpunkten des Weltgeschehens konnte der Journalist nicht wegschauen, sondern musste dem Grauen oft direkt ins Antlitz schauen. In Ruanda etwa, beim entsetzlichen Völkermord, der sich zum 20. Mal jährt. Wie viele andere Beobachter vor Ort machte auch Grill das hunderttausendfache Gemetzel zunächst lange Zeit sprachlos, vertraute er Kollegen an. "Habe ich als Mensch versagt, weil ich als Journalist funktionierte?", fragt er sich in dem Buch selbst.

Bartholomäus Grill: Um uns die Toten: Meine Begegnungen mit dem Sterben. Siedler Verlag, 224 S., 19,99 Euro.