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Ein Liebhaberstück

Arthur Conan Doyle ist seit Jahrzehnten berühmt als der Erfinder von Sherlock Holmes. Aber das Schreiben von Detektivgeschichten war beileibe nicht seine erste Profession. Axel Knönagel

Angefangen hat er als Arzt.

Im Jahr 1880 hatte Doyle die Gelegenheit, als Schiffsarzt auf einem Walfänger für mehrere Monate ins Polarmeer zu fahren. Während dieser Reise führte er ein Tagebuch, das die Jahrzehnte überdauerte. Erst 2012 wurde es zum ersten Mal veröffentlicht. Nun hat der Hamburger mare Verlag eine umfangreich ausgestattete deutsche Fassung des Buches herausgebracht. Doyle (1859-1930) wandelt sich im Reisetagebuch allmählich vom Beobachter zum Handelnden. Dabei erweist er sich einerseits als begeisterter Jäger, andererseits als Tollpatsch. Nach fast sechs Monaten kehrt die "Hope" zurück. Der Walfang, der über Jahrzehnte riesige Profite erwirtschaftet hatte, hatte sein Ende weitgehend erreicht. Arthur Conan Doyles Reisebericht ist somit auch ein bedeutendes Zeitdokument. Und ein Liebhaberstück, das viele Interessenten verdient.

Arthur Conan Doyle: Heute dreimal ins Polarmeer gefallen. Herausgegeben von Jon Lellenberg und Daniel Stashower. mare Verlag, 332 Seiten, 28 Euro