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Ein Künstler – zwei Ausstellungen

Otto Dix: "Leonie" (1923) Aus der Serie: Im Vorbeigehen: Von Städten, Männern und Frauen.
Otto Dix: "Leonie" (1923) Aus der Serie: Im Vorbeigehen: Von Städten, Männern und Frauen. FOTO: VG Bild-Kunst, Bonn 2017
Cottbus. Brandenburgisches Landesmuseum zeigt in Cottbus und Frankfurt (Oder) Arbeiten von Otto Dix und seiner Zeitgenossin Erna Schmidt-Caroll. red/dst

Wie kaum ein anderer deutscher Künstler fing der Maler und Grafiker Otto Dix (1891-1969) in seinen kraftvollen Werken die brüchigen Zeiten der 1920er-Jahre in all ihrer Widersprüchlichkeit ein. Seine realistischen, manchmal hart überzeichneten Bildwelten prägen das kollektive Gedächtnis an die Weimarer Republik bis ins Heute.

Im neuen Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst zeigen zwei Ausstellungen an den Standorten Cottbus und Frankfurt (Oder) Arbeiten von Otto Dix, seiner Zeitgenossin Erna Schmidt-Caroll (1896-1964) sowie aus der neu vereinten Sammlung aus den 1970er- und 1990er-Jahren.

Die beiden zeitlich parallel laufenden Ausstellungen "Im Vorbeigehen: Von Städten, Männern und Frauen" in Cottbus und "(Quer)Köpfe" in Frankfurt (Oder) bilden den Auftakt der Programmverzahnung beider Standorte durch thematische, künstlerische und kunsthistorische Zusammenhänge.

Beide Ausstellungen werden an diesem Wochenende eröffnet: Die Schau in Cottbus im Dieselkraftwerk am Freitag, 1. September, um 19 Uhr; die Schau in Frankfurt (Oder) in der Rathaushalle am Sonntag, 3. September, 11 Uhr.

In der Ausstellung im Dieselkraftwerk in Cottbus wird Malerei und Grafik von Otto Dix (1891-1969) aus den 1920er-Jahren zu sehen sein. Die Werke zeigen den künstlerischen Blick von Otto Dix auf seine Zeit.

Seine Kunst spiegelt sowohl das hedonistische Lebensgefühl der sogenannten "Goldenen Zwanziger" wie die Verwerfungen der Gesellschaft und der folgenden Weltwirtschaftskrise. Eine besondere Rolle spielt die veränderte Rollenverteilung zwischen Mann und Frau, die sich als vollkommen neues Thema in Kunst und Gesellschaft niederschlägt. Dix‘ Bildwelten zeigen das urbane Sozialgefüge der Weimarer Republik, nächtliche Stadtansichten zu Prostitution, Erotik und Gewalt und das illustre Freizeit- und Kulturleben sowie das Arbeiterleben in den Metropolen der 1920er-Jahre.

Das Spektrum der rund 60 in Cottbus vereinten Ausstellungsexponate von Otto Dix reicht von selten gezeigten Gemälden zu Klassikern seiner grafischen Werkzyklen sowie vergleichsweise unbekannten Holzschnitten.

Zum Thema:
Direkt am Amtsteich, beim Dieselkraftwerk, zeigt Ralf Schuster auch in diesem Sommer wieder einen seiner Krimikurzfilme mit Kommissar Schlemmer in der Hauptrolle und zahlreichen prominent besetzten Nebenrollen. Seit 2004 ermittelt die Figur des Kommissar Schlemmer in absurden kleinen Krimis, die in Cottbus gedreht werden und nicht nur hier inzwischen Kult-Status erreicht haben. Die Filmnacht findet statt am Freitag, 1. September, ab 20.30 Uhr