Gerade wurde er in die Österreichische Kurie für Kunst aufgenommen, der höchsten Auszeichnung der Republik für Wissenschaft und Kunst.
Bereits vor zehn Jahren bekam der Weltstar den Iffland-Ring als "bedeutendster und würdigster Bühnenkünstler des deutschsprachigen Theaters". Für den verstorbenen Josef Meinrad war Ganz der beste Schauspieler deutscher Sprache und somit würdig, in seiner Nachfolge den nach dem Theatermann August Wilhelm Iffland, einem Zeitgenossen Goethes und Schillers, benannten Ring zu tragen.
Als junger Mann trat Ganz der Truppe um Peter Zadek in Bremen bei. Aber seine Karriere lässt sich nicht von dem Regisseur Peter Stein trennen, mit dem seit 1967 erst in Bremen, dann kurz in Zürich und endlich an der Berliner Schaubühne zusammenarbeitete. Dann der "Faust" in Steins Goethe-Großprojekt. Richtig bekannt wurde er aber mit Filmen vom Wim Wenders ("Der amerikanische Freund"), Werner Herzog ("Nosferatu") oder Volker Schlöndorff ("Die Fälschung").
Und nicht zuletzt mit "Der Untergang" von Bernd Eichinger und Oliver Hirschbiegel. "Wenn ich ein Deutscher wäre, könnte es gut sein, dass ich das nicht spielen würde", sagte er während der Dreharbeiten in St. Petersburg. Kritikern war die Ähnlichkeit mit "dem Menschen Adolf Hitler" unheimlich. Schulkinder können Hitler heute genau beschreiben - er muss wie Ganz ausgesehen haben. Ihn jedenfalls hat es "umgehauen, wie sehr ich Hitler ähnlich sah". Für diese Verkörperung des Bösen wurde Ganz mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet.
Seit "Der Untergang" kann Ganz sich vor Angeboten kaum retten. Sein jüngster Film "Vitus" bekam in Berlin einen bronzenen Bären. Gerade hat er "Youth Without Youth" unter Francis Ford Coppola abgedreht, bald folgt "The Dust of Time" unter Theo Angelopoulos.