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| 18:41 Uhr

Ein Abend für und mit Uschi Brüning

Uschi Brüning ist nicht nur Jazzfans als herausragende Sängerin bekannt. In Peitz wird sie mit guten Kollegen, Sängerinnen wie Musikern, auf der Bühne stehen.
Uschi Brüning ist nicht nur Jazzfans als herausragende Sängerin bekannt. In Peitz wird sie mit guten Kollegen, Sängerinnen wie Musikern, auf der Bühne stehen. FOTO: I. Hoberg
Die Jazzwerkstatt Peitz Nr. 52 steht von Freitag bis Sonntag unter dem Motto "Subversion und Stimme". Es werden Sängerinnen verschiedener Generationen zu erleben sein – im Mittelpunkt steht mit Uschi Brüning eine herausragende, vielseitige Künstlerin. Die RUNDSCHAU sprach vorab mit der Sängerin. Ihre Karriere begann in der legendären Klaus Lenz Band und steht bis heute im Spannungsfeld von Konzerten mit Manfred Krug wie auch Ernst-Ludwig Petrowsky.

Frau Brüning, Sie werden am Samstagabend gemeinsam mit den beiden Sängerinnen Ruth Hohmann und Jacqueline Boulanger sowie einer Reihe von Musikern in der Stüler Kirche den Abend bestreiten, der Ihnen gewidmet ist. Was erwartet die Konzertbesucher?
Jede Sängerin wird ihr Solo haben, und wir singen im Trio. Ruth ist die Grande Dame, sie weiß so viel über den Jazz in ihrer Zeit. Meine Strecke ist eher Soul, Pop und Jazz. Jacqueline singt Standards, mehr in Richtung Pop-Jazz. Ich werde mit Luten Petrowsky improvisieren. Dazu kommen die Musiker, mit denen wir in verschiedenen Bands gearbeitet haben. Dabei sind der Schlagzeuger Michael Griener, Jan Roder am Bass und viele andere. Auch die Band um den Pianisten Matthias Bätzel, mit der wir beispielsweise im vergangenen Sommer in Spremberg im Schlosshof gespielt haben, wird dabei sein. Dazu kommt der wunderbare Tenor-Saxofonist Alan Skidmore.

. . . und nicht zu vergessen der satirische Polemiker Wiglaf Droste, der Sie und "Luten" Petrowsky als seine ostdeutschen Eltern adoptiert hat!
Ja, die Geschichte erzählt er immer wieder gern. Er wird Texte mitbringen, die auf der CD "Meine ostdeutschen Adoptiveltern und ihr missratener Sohn aus dem Westen" veröffentlicht sind. Vielleicht hat er auch ein paar neue Geschichten dabei. Und wir improvisieren mit Petrowsky dazu.

Was verbinden Sie mit der Jazzwerkstatt Berlin-Brandenburg? In Peitz haben Sie bisher noch nie solch einen großen Raum bekommen?
Ulli Blobel hat mit der Jazzwerkstatt nach der Wende den Ostjazzern eine Heimstätte geboten, denn viele waren auf einmal nicht mehr gefragt von den Veranstaltern. Und nicht nur ihnen, auch den Westmusikern, hat er Auftrittsmöglichkeiten gegeben. Zu meinem 60. Geburtstag gab es im Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin einen Galaabend, veranstaltet von der Jazzwerkstatt. Neben vielen anderen war auch Manfred Krug dabei. Nun freue ich sehr mich auf Peitz.

Es werden diesmal Vesna Pisarovic und Uliana Horbachevska, aber auch Almut Kühne dabei sein, die im Jazz und der improvisierten Musik der Berliner Szene zu Hause sind. Kennen Sie die Projekte dieser jungen Sängerinnen?
Bisher habe ich sie noch nicht gehört, freue mich aber, sie kennenzulernen. Der Fokus des Festivals liegt ja diesmal auf der Stimme. Da ist es interessant, dass verschiedene Generationen aufeinandertreffen. Jede Zeit hat ihre Besonderheiten. Wichtig ist für mich, dass ein Lied reifen kann. Ich singe gern neue Kompositionen, immer wieder Standards, auch deutsche Lieder. Die Entwicklung, die Weiterführung interessiert mich dabei. Zur Jazzwerkstatt erscheint eine Platte, auf der ich mit dem englischen Sänger Georgie Fame zu hören bin. Es ist ein Mitschnitt vom 19. September 2008 im Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin, einem Konzert der Jazzwerkstatt Berlin-Brandenburg. Alan Skidmore war damals übrigens auch dabei.

Und wie halten Sie bis zum Festival Ihre Stimme fit?
Da gibt es kein Geheimnis! Ich mache nichts Besonderes. Ich singe viel und gern auch laut - das geht in unserem Haus - so wird die Stimme gefördert.

Mit Uschi Brüning sprach

Ingrid Hoberg