| 10:10 Uhr

Stadthalle Cottbus
Alles Banana oder wer bin ich?

„Dschungelbuch - das Musical“ in der Cottbuser Stadthalle.Turbulente Dschungel-Action über Freundschaften, die Grenzen überwinden. Foto: Michael Helbig
„Dschungelbuch - das Musical“ in der Cottbuser Stadthalle.Turbulente Dschungel-Action über Freundschaften, die Grenzen überwinden. Foto: Michael Helbig FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Am Sonntag verwandelte sich die Cottbuser Stadthalle bei gleich zwei Vorstellungen in einen Urwald. Mehr als 1900 kleine und große Zuschauer erlebten das Dschungelbuch voller Poesie, Musik und Tanz.

Wer bin ich? So fragt sich Mogli, der sich bislang für den besten jungen Wolf aller Regenzeiten gehalten hat. Das war, bevor Shir Khan gehässig durchblitzen ließ, dass Mogli ein Menschenjunge war,  auf den es der fiese Tiger noch immer abgesehen hat. Auf einmal fühlt sich Mogli allein, von aller Welt verlassen und weiß nicht mehr, wo er hingehört.  Balu, der  Bär, der so herrlich mit dem Bauch tanzen kann und alle zum Lachen bringt,v aber versteht die ganze Fragerei nicht. Für ihn ist sonnenklar: „Ganz egal, ob Mensch oder Wolf. Er ist mein Freund“, gibt er den Kindern zu verstehen, die im Zuschauersaal in der Überzahl sind und die Helden des Dschungelbuches von Anfang an mit Kichern und Klatschen anfeuern.

Liberi heißt das Theater aus der Musicalstadt Stuttgart, das in Deutschland, Österreich und  jetzt auch in Luxemburg durch die Lande zieht, um Familien mit seinen märchenhaften Produktionen in den Bann zu ziehen. Und wirklich: Die Kinder in der Cottbuser Stadthalle mischen mit Mogli und seinen Freunden förmlich den Dschungel auf. Mit Herzklopfen verfolgen sie das Geschehen, rufen auch mal dazwischen, wenn ihnen etwas gefährlich erscheint. Sie teilen Moglis Kummer, manchem ist auch mal zwischendurch ein bisschen zum Heulen. Vor allem aber wird gelacht und dann sogar gesungen. Denn der Bananasong, bei dem vor allem die Affenbande ganz groß rauskommt, lässt keinen ruhig auf den Stühlen sitzen. Während die Helden auf der Bühne grooven und Shir Khan sich als König des Rock ‚n‘ Roll produziert, tanzt auch so mancher Dschungelbuchfreund unbekümmert auf seinem Platz neben Mama, Papa, Opa und Oma.

Dschungelbuch in der Cottbuser Stadthalle FOTO:

Dazwischen muss natürlich richtig aufgepasst werden. Denn die schillernde Schlange Kaa wickelt alle ein, und keiner weiß so recht, was sie im Schilde führt. Auch der mächtige Tiger schleicht schon wieder herum. Bloß gut, dass Mogli auch den weisen Panther Baghira an seiner Seite weiß. Selbst die Geier, die eigentlich nur von Mistkäfern gemocht werden, wissen:  Nur so wachsen Mut, Toleranz und Selbstvertrauen: „Freunde sind das schönste auf der ganzen großen Welt“ singen alle zusammen.

 „Probiers mal mit Gemütlichkeit“, der Ohrwurm aus dem Disney-Klassiker, ist nicht zu hören.  Dafür gibt’s eben den affenstarken Banana-Song und manch anderen Hit, Wolfsgeheul, witzige und nachdenkliche Texte, schillernde  Kostüme  und viel Raum für Fantasie. Natürlich entdecken die Kinder dennoch vieles aus dem bekannten Film und vor allem aus dem berühmten Dschungelbuch von Rudyard Kipling wider. Aber dieses Musical will auch Neugier, Lust und Mut auf Neues anstacheln und die Frage auf seine Weise beantworten:  Wer bist du? Moglis Antwort: „Ich bin einzig und das ist doch ganz normal, ja das ist bei allen so, das ist ja so genial.“

P.S. Das Theater Liberi bringt im nächsten Jahr Pinoccio mit nach Cottbus.