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| 02:38 Uhr

Dresden schillert bunt beim Semperopernball

Die Tänzerinnen des Lido Revuetheaters aus Paris sorgen für die richtige Ballatmosphäre.
Die Tänzerinnen des Lido Revuetheaters aus Paris sorgen für die richtige Ballatmosphäre. FOTO: dpa
Dresden. Der elfte Semperopernball in Dresden hatte wieder zum Feiern eingeladen, und mehr als 2000 Gäste kommen. Bei allem Glanz bleiben die aktuellen politischen Probleme aber nicht völlig vor der Tür. dpa/ik

Roter Teppich, Bühnenshow, extravagante Kostüme und Schlangestehen am Weinstand: Rund 2300 Gäste haben bis nach fünf Uhr früh am Samstag die elfte Ausgabe des Dresdner Semperopernballs gefeiert. Hingucker des Abends unter dem Motto "Dresden schillert - Der Ball ist bunt" waren vor allem die Auftritte der Tänzerinnen des Pariser Lido Revuetheaters in ihren farbenprächtigen Kostümen. Designer der Warschauer Kunsthochschule zeigten Kreationen, bei denen sie sich von der Mode der vergangenen 300 Jahre inspirieren ließen.

Die mehrstündige Show, die fast bis Mitternacht dauerte, bestritten die Dresdner Staatskapelle, die Staatsoper, der Kreuzchor sowie Künstler aus Argentinien, Frankreich, Polen, Russland, Taiwan und den USA. Tausende Dresdner feierten bei milden Temperaturen auf dem Theaterplatz vor dem Opernhaus mit.

Unter den prominenten Gästen waren Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), der Filmregisseur Dieter Wedel, Sängerin Petra Zieger, die Schauspielerinnen Nastassja Kinski, Eva Habermann, Isabel Varell und Gerit Kling sowie die Designerin Jette Joop.

Für internationales Flair sorgte der Außenminister des Oman, Youssef al-Alawi Abdullah, der mit seiner Begleitung in traditioneller arabischer Tracht erschien. Er wurde für seine diplomatischen Bemühungen um Frieden und Stabilität in der von Kriegen und Krisen erschütterten Region mit einem der Orden des Ballvereins geehrt.

Der Fernsehjournalist Ulrich Kienzle lobte in der Laudatio die leise Art des Diplomaten, Politik zu machen: "Er zeigt, dass es auch die ganz anderen Araber gibt als die, die heute bei uns so furchtbar dargestellt werden als Mörder und Terroristen." Wenn die Arbeit des Außenministers Erfolg hätte, würden die Menschen nicht mehr ihre Heimat als Flüchtlinge in Richtung Europa verlassen, sagte Kienzle.

Weitere Orden erhielten der Entertainer und Sänger Gunther Emmerlich, der Schauspieler Mario Adorf sowie seine Kollegin Uschi Glas und Ex-Bundespräsident Christian Wulff. Die Sängerin Sarah Connor, die auch einen Orden erhalten sollte, hatte wegen einer Erkrankung abgesagt.

Wulff habe in seiner Amtszeit für ein junges und weltoffenes Deutschland gestanden, hieß es in der Laudatio, die von EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) gehalten wurde.

Es sei eine mutige Entscheidung gewesen, ihn mit einem Orden zu ehren, erwiderte Wulff in Richtung Ballverein. "Wenn wir es vor dem Hintergrund des Terrors überall auf der Welt zulassen, dass wir gespalten werden, dann wird diese Welt keine gute Zukunft haben", warnte der CDU-Politiker in seiner Dankesrede.