Es ist ein Festivalprojekt, dass es so noch nie in der Lausitz gab. Zu verdanken ist das Experiment namens Lusatia (sorb. Lausitz) vor allem zwei Männern, die die Idee des ersten elektronischen Festivals der Lausitz in die Realität umgesetzt haben. Robin Schellenberg ist DJ und Produzent aus Berlin, wo er den Kulturdachgarten Klunkerkranich betreibt. Alexander Dettke ist Chef der Wilden Möhre in Göritz. Gemeinsam dürften sie und ihr Team bei den Festival-Fans der Nation für große Freuden gesorgt haben: Seit Anfang August gibt es jeden Samstag einen Festival-Stream mit DJs aus ganz Deutschland.

Festival trotz Coronakrise

Die Club- und Festivalkultur steht vor der größten Herausforderung ihrer Geschichte, sagen die Lusatia-Begründer. „Die gesamte Branche steht seit dem Auftreten der Pandemie durch Covid-19 still. Die Zukunft ist und bleibt ungewiss. Viele Kulturschaffende stehen vor dem Aus“, so Robin Schellenberg. Das Lusatia Festival lädt deshalb fünf Akteure der Festivallandschaft nach Brandenburg ein, um mit einer digitalen Festivaledition auf die Notlage der Festivals aufmerksam zu machen.
Mit im digitalen Festival-Boot sitzen mehrere Partner wie 3000 Grad, Bucht der Träumer, Moyn Moyn, Kiez Burn und die Wilde Möhre. Allesamt sind das Festivals, die in diesem Jahr gar nicht oder in anderer Form stattfinden. „Wir machen das, um auf der einen Seite Festivals und ihre kulturellen Orte und Unternehmungen zu retten, gleichzeitig möchten wir den Menschen zeigen, dass es viele Möglichkeiten gibt, zusammenzukommen. Das geht auch über das Internet“, sagt Robin Schellenberg. Für den 35-Jährigen ist es „ein ganz spezielles Momentum, das wir als Zeitdokument festhalten wollen“.

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Kultur als Alternative zur Kohle

Bis Anfang Oktober gibt es immer samstags einen Stream auf Facebook und YouTube. Doch danach ist nicht Schluss. Lusatia soll weitaus mehr sein, als ein vorübergehendes Festival in schwierigen Zeiten. „Die Lausitz steht kurz vor dem größten Strukturwandel, den sie jemals erlebt hat“, so Alex Dettke. Die Kohle geht – und was kommt danach? Das Lusatia Festival möchte die Kultur und nachhaltige Formen des Tourismus abseits des Mainstreams als Alternative zur Kohle anbieten und mit der Region gemeinsam Optionen erarbeiten, wie Kulturschaffende mit der Lausitz einen Ort erschließen können, den viele aus der Großstadt schon so lange vermissen. „Die unglaubliche Natur, die sorbische Kultur, neu entstehende Landschaften als Folge des Strukturwandels, es gibt viel zu entdecken in der Lausitz“, ist Robin Schellenberg überzeugt.

Festival-Livestream auf Facebook

An diesem Samstag, 22. August, im Livestream auf dem Facebookkanal der Lausitzer Rundschau zu sehen und hören sind die DJs Maka, Lampé und Intaktogene. Alle drei Künstler werden jeweils eine Stunde am Mischpult stehen. Intaktogene ist die einzige Frau in der Runde. Die Berlinerin legt Melodic Techno und Progressive House auf und beschreibt ihre Kunst als „Musik mit Herz und Wumms“.
Alle Infos zum Festival samt Line Up der kommenden Wochen gibt es auf www.lusatiafestival.com.

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