Sie werden "Die weibliche Antwort auf David Garrett" genannt. Schmeichelt das - oder eher nicht? Was unterscheidet?
Jooni: Ich fühle mich natürlich geschmeichelt. David Garrett ist im Crossover (als dem Überschneiden von Musikstilen - d. A.) seit einigen Jahren der Überbegriff für diese Stilrichtung. Crossover ist ja eigentlich nichts Neues. Das gab es auch schon in den 70er-Jahren. In meiner Band ist die Musik für zwei Geigen arrangiert. Das ist schon mal ein großer Unterschied zu Garrett. Außerdem ist er Solokünstler mit Band. Wir sehen uns aber nur als eine Band. Um die Geige so spielen zu können, muss man sehr viele Jahre hart arbeiten. Und es ist eigentlich nie zu Ende.

Sixtention gibt es seit 2010. Wie kam es zur Gründung der Band?
Jooni: Der damalige Schlagzeuger hatte die Idee. Bei einem musikalischen Projekt kam es dann zufällig zum ersten Kennenlernen. So wurde aus der Idee ein konkretes Vorhaben. Heute gehören außer mir noch Uli Schnelle (Violine 2), Marc Hallbauer (Gitarre), Niklas Esser (Bass), Christopher Hans (Keyboard) und Alex Franken (Schlagzeug) zur Band.

Welche Wege sind Sie gegangen?
Jooni: Uli und ich haben klassische Ausbildungen bei verschiedenen Professoren an Musikhochschulen in Deutschland. Meine Wurzeln liegen in Korea. Ich bin aber schon recht früh nach Deutschland gekommen und im Raum Frankfurt aufgewachsen. Uli ist ein original Berliner Kind. Die anderen Bandmitglieder kommen alle aus dem Rhein-Neckar Raum und haben Ausbildungen im Pop, Rock und Jazz-Bereich.

Marc: Jooni ist das einzige verbliebene Gründungsmitglied. In so einer Band gibt es natürlich auch Probleme. So kommt es dann, dass sich die Wege trennen. Das bietet aber auch die Chance, durch neue Musiker andere Impulse in die Band zu bekommen.

Sind die Musiker auch noch in anderen Projekten unterwegs?
Marc: Wir machen alle noch andere Projekte. Das geht heutzutage auch gar nicht anders. Als Musiker braucht man eine große Vielseitigkeit. Jooni und Uli sind oft auf Tournee mit anderen bekannten Acts wie zum Beispiel Deep Purple, Chris de Burgh, José Carreras, und sie sind natürlich auch in klassischen Orchestern aktiv. Der Rest von uns ist auch ständig mit anderen Bands und Projekten unterwegs.

Was ist das Besondere an Sixtention, wie ist Ihr musikalisches Angebot am besten zu beschreiben?
Marc: Das Besondere an Sixtention ist unsere Besetzung mit zwei Geigen und einer Liveband. Das gibt es so sonst nicht. Wir sehen uns also als eine komplette Band, so wie zum Beispiel Deep Purple. Andere Acts treten entweder als Solokünstler mit Orchester oder mit Halbplayback auf. Wir kombinieren in unseren Arrangements bekannte klassische Themen mit Hits aus der Rock- und Popmusik.

Zum Beispiel?
Jooni: "Summerstorm" basiert auf Vivaldis "Vier Jahreszeiten". Das Besondere war hier aus dieser Vorlage eine Songstruktur zu bauen, wie sie auch bei einem Pop- und Rocksong vorkommt. So kommt das Hauptmotiv immer wieder im Stück vor, wie eine Art Hookline (Chorus) in einem Rock- oder Popsong. In dem klassischen Original ist der Aufbau völlig anders. Wir wollten hier auch eine Wiedererkennungsmelodie in das Stück einbauen. Für dieses Arrangement haben wir beim Deutschen Rock- und Poppreis eine Auszeichnung bekommen. Die Stücke erarbeiten wir meistens zu zweit (Gitarre und Violine). Dann können wir gleich auch verschiede Variationen mit Harmonie und Melodie ausprobieren.

Sprechen Sie eine bestimmte Zielgruppe an?
Jooni: Unsere Musik ist für alle Altersgruppen. Wir haben Fans im Kindesalter, aber auch bei den Senioren, die unsere Musik lieben. In unserem Programm ist für jeden etwas dabei. Es kann mal laut und rockig werden, danach auch sanft und ruhiger.

Auf Ihrer Homepage ist zu sehen, dass Sixtention mit unterschiedlichen Show-Effekten von Licht und Feuer arbeitet. Auch in Senftenberg?
Jooni: Auf großen Bühnen und wenn das entsprechende Budget vorhanden ist, setzen wir eine große Pyro- und Lightshow ein. In Senftenberg wird es nur eine Lightshow geben, um unsere Musik in Szene zu setzen.

Spielen Sie zum ersten Mal in der Lausitz?
Marc: Ja, in der Lausitz ist es für uns eine Premiere. Aber wir freuen uns riesig auf dieses Event. Und wenn die Wettervorhersage stimmt, dann werden wir dort auch einen tollen sonnigen Tag zusammen haben.

Jooni: Wir finden alle Auftrittsorte schön, wenn wir dort auf liebe und freundliche Menschen treffen, die unsere Musik mögen. Das gibt uns immer wieder eine tolle Bestätigung, um neue Motivation zu bekommen.

Das Gespräch führte

Heidrun Seidel

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