Träume, Albträume, Nacht- und Traumgestalten seien nicht nur wichtige Inspirationsquellen für die Romantiker gewesen, sondern auch für die Künstler der sogenannten Neuen Sachlichkeit, zu denen Weill zählt, sagte der Intendant des zweitgrößten Musikfestivals in Sachsen-Anhalt, Clemens Birnbaum, gestern in Dessau-Roßlau.
Vom 29. Februar bis zum 9. März 2008 gibt es in und um Weills Geburtsstadt Konzerte, Lesungen, Tanztheater und Filme. Der Komponist Kurt Weill (1900-1950) kam als Sohn eines jüdischen Kantors in Dessau zur Welt. Er flüchtete nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten nach Paris und ging später nach Amerika, wo er am Broadway zahlreiche Erfolge feierte.
Zur Eröffnung des Festivals 2008 führt das von Claudio Abbado gegründete Mahler Chamber Orchester mit dem Violinisten Kolja Blacher das Violinkonzert von Weill und Mozarts berühmte Serenade "Gran Partita" auf. Beide Kompositionen widmen sich der Nacht.
Um konkrete Träume - vom Fliegen und von der Freiheit - geht es in einem Konzert des MDR-Sinfonieorchesters mit dem MDR-Rundfunkchor. Sie führen unter Leitung von HK Gruber die Kantate "Der Lindberghflug" von Weill und Brecht sowie die "Ballad of Magna Charta" auf, die Freiheitsträume in Amerika thematisiert. Der in Wien geborene Komponist und Dirigent HK Gruber präsentiert zudem sein Vokalwerk "Frankenstein!". Das Filmorchester Babelsberg begleitet den Stummfilm "Nosferatu. Eine Symphonie des Grauens" musikalisch. Das Abschlusskonzert des Festivals widmet sich Weills Broadway-Werken - darunter die Songs "Johnny's Dream" und "Susan's Dream". (dpa/fxk)