Denn die 70-jährige griechische Sängerin mit der großen Stimme verabschiedet sich nach 50 Jahren Endlos-Karriere mit einer weltweiten Abschiedstournee von der Bühne.
Rosen haben ihr Glück gebracht - die „Weißen Rosen aus Athen“ genauso wie die „Schwarzen Rosen“ . Zum Abschied steckt eine rote Rose am Mikrofonständer, als Nana Mouskouri in den Lichtstrahl der Bühne und in einen gewaltigen Applausschwall tritt. Ganz in Weiß, mit ihrem pechschwarzen Haar, der typischen Brille und den roten Lippen, faltet sie die Hände und verbeugt sich. „I'll Remember You“ singt sie mit einer immer noch unglaublichen Stimme. Man mag nicht denken, dass diese Frau schon 70 ist.

Deutschland liegt am Herzen
Ein sehr spezieller Abend soll es werden, verkündet sie, mit dem sie ihren Fans Dankeschön sagen möchte für die Jahre voller Glück, Liebe und Treue. Gerade Deutschland liege ihr am Herzen, da ihre Mutter - die ein Faible für Folklore und Franz Schubert hatte - ihr viele deutsche Lieder beigebracht hat und hier auch ihre internationale Karriere begann.
Und so trägt Nana als Hommage „Am Brunnen vor dem Tore“ in die Stadthalle, gefolgt von dem ihr eigenen Lieder-Mix, der sowohl in Sprache als auch Stilform vielgestaltig ist wie ein Chamäleon. Von Englisch geht es über Deutsch bis Französisch und Griechisch. Balladen treffen auf Schlager und jazzige oder rockige Nummern, ihre Stimme schwingt sich von glockenhellen Höhen bis zu rauchigen Tiefen. Nana Mouskouri gibt sich der Musik und den Gefühlen, die in ihr stecken, vollkommen hin.
Die Band, der der Spaß am Auftritt förmlich aus den Poren springt, veredelt die Klänge mit den unterschiedlichsten Instrumenten. Das vorrangig grau melierte Publikum, von Nanas Liedern seit Jahren begleitet, lauscht andächtig und sieht großzügig über die doch an einigen Stellen brüchige Stimme hinweg. Sobald die ersten Töne ihrer Hits wie „Lieder, die die Liebe schreibt“ oder „Guten Morgen Sonnenschein“ erklingen, brandet Applaus auf. Über 1300 Lieder in mehr als zehn Sprachen hat Nana, die auch Unicef-Botschafterin ist, gesungen und dafür über 300 Goldene, Platin- und Diamantene Schallplatten kassiert.
Nach der Pause, in der sie sich in ein rot-schwarzes Umhangkleid gewandet hat, bringt sie dann auch die von vielen glühend erwarteten „Weißen Rosen aus Athen“ , die ihr alsgleich vom Publikum überreicht werden. Die Stimmung steigt bei Interpretationen von „Love Me Tender“ und „Me And Bobby McGee“ , und der Violinist fiedelt mit solcher Hingabe, dass gleich eine Saite reißt. Nana amüsiert sich köstlich darüber und bekommt fast einen Lachanfall, als sie auch noch ihr Bandmitglied Felipe aus Versehen Fiffi nennt.

Überwältigt vom Applaus
Bei „La Provence“ lässt sie das Cottbuser Publikum singen und bringt auch die erst scheuen Männer zum Einsatz. Mit „Freude schöner Götterfunken“ und in die Menge geworfenen gelben Rosen will sie sich verabschieden, doch die Stadthalle steht und applaudiert und lässt sie nicht gehen. Überwältigt verneigen sich Nana und ihre Band immer wieder. Noch einmal müssen die „Weißen Rosen“ her, ebenso der Schlager „Ein Schiff wird kommen“ . Erst dann entlässt die Stadthalle die beseelt wirkenden Zuhörer in die Nacht, und Nana Mouskouri reist weiter, um der Welt „Good Bye“ zu sagen.