Es werden mehr als 300 Arbeiten zu sehen sein, darunter einige der bereits 1912 und 1914 in Berlin gezeigten Werke. Das "Museo d'Arte Moderna e Contemporanea di Trento e Rovereto" im oberitalienischen Rovereto, ein Bau des Architekten Mario Botta, besitzt das größte und bedeutendste Archiv der Futuristen. Die Direktorin des Museums, Gabriela Belli, kuratiert für Berlin die Ausstellung.Vor 100 Jahren, am 20. Februar 1909, hatte der Bürgersohn Filippo Tommaso Marinetti in der Pariser Tageszeitung "Le Figaro" sein "Futuristisches Manifest" mit ungeahnten Folgen für die internationale Kunstwelt veröffentlicht. "Wir wollen die Liebe zur Gefahr besingen, die gewohnheitsmäßige Energie und die Tollkühnheit", lautete die erste der elf Thesen des radikalen und antibürgerlichen Manifests, das zuvor schon in Italien publiziert worden war.Maschinen, Flugzeuge, Automobile waren es, welche die Futuristen bewunderten. Geschwindigkeit und Veränderung beschworen sie. Dadaismus, Surrealismus, Konstruktivismus und Expressionismus wurden von den Futuristen beeinflusst. Die erste große Futuristen-Ausstellung wurde in Berlin bereits im April 1912 in der berühmten Galerie "Der Sturm" von Herwarth Walden in der Tiergartenstraße 34a eröffnet.Damals waren 35 Werke zu sehen - von Boccioni, Carra, Severini, Russolo. Bis zu 1000 Besucher wurden in der spektakulären Ausstellung gezählt. Walden, Boccioni und Marinetti fuhren mit einem offenen Wagen durch die Straßen Berlins und verteilten Flugblätter "Eviva Futurista", wie die Veranstalter der Berliner Ausstellung erinnern. dpa/mar