Eine Jury hat jetzt über die zwei Sieger des Architektur-Wettbewerbs entschieden. Damit steht zu fünfzig Prozent fest, wie das Casino einmal aussehen wird.

2015 betrug der Anteil Nordrhein-Westfalens am Gesamtaufkommen der Spielbankabgabe der Länder 16,55 Prozent. Mit dem neuen Spielcasino in Köln könnte die 20%-Marke erreicht werden. Da das Spielen im Online Casino immer beliebter wird, ist die Spielbankabgabe rückläufig. Betrug sie 2007 noch 418 Millionen Euro für alle Bundesländer, so ist der Wert im Jahr 2015 auf gut 108 Millionen geschrumpft. Das ist ein deutliches Anzeichen dafür, dass sich das Glücksspiel immer mehr ins Internet verlagert.

Zwei Architekturbüros sind noch im Rennen

Die Frist für den Eingang der Teilnahmeanträge endete am 16. August 2016. Bis 30. August 2016 mussten alle Teilnehmer ihre Wettbewerbsunterlagen eingereicht haben. Insgesamt nahmen 18 Architekturbüros am Wettbewerb teil. Darunter befanden sich namhafte Architekten wie beispielsweise der Kölner Peter Kulka, der unter anderem am Bau der Universität Bielefeld beteiligt war und auch die TÜV-Akademie Rheinland in Köln entwarf. Aus dem Ausland nahmen unter anderen die Architekturbüros Burkard Partner aus Basel und Delugan Meissl Associated Architects aus Wien teil. Am 7. Dezember 2016 tagte das Preisgericht, das sich Architekten aus der ganzen Republik, dem Leiter Bauwesen Stefan Bielig von WestSpiel, einem Stadtplaner der Stadt Köln, dem Vorsitzenden des Gestaltungsbeirats der Stadt Köln und dem Stadtkonservator vom Amt für Denkmalschutz in Köln zusammensetzte. Als Sachpreisrichter fungierten zudem Vertreter des Bankengewerbes, des Finanzministeriums NRW sowie Politiker aller Parteien.

Als Sieger des Wettbewerbs wurden gekürt:

· AIP Planungs GmbH: Das Unternehmen mit Hauptsitz in Düsseldorf und Zweigstellen in Frankfurt, München, Leipzig und der Schweiz hat in Köln bereits das Verlagsgebäude des Lingen Verlags entworfen.

· Allmann Sattler Wappner Architekten: Das international tätige Büro mit Sitz in München hat als bekannte Projekte die Herz Jesu Kirche und das Haus der Gegenwart in München, das Dornier Museum in Friedrichshafen und das Verwaltungsgebäude für Südwestmetall in Reutlingen vorzuweisen.

Der Beginn der Bauarbeiten ist für Mitte 2018 geplant. 2021 soll es zum ersten Mal heißen: "Rien ne va plus". Laut Westspiel-Geschäftsführer Steffen Stumpf "wird sich in den kommenden Monaten zeigen, welcher Siegerentwurf tatsächlich gebaut wird." Einig ist er sich mit dem Baudezernenten der Stadt Köln, Franz-Josef Höing, darüber, dass Köln ein fulminantes Casino mit internationaler Strahlkraft bekommt und das neue Haus dem Ottoplatz mit stimmigen Proportionen eine Fassung und neue Kontur geben wird.

WestSpiel verzeichnet rückläufige Umsatzzahlen

Seit Beginn der 2000er Jahre machen Online Casinos den landbasierten Spielbanken immer mehr zu schaffen. Der Spieler von heute zockt lieber vom heimischen Sofa aus an PC und Laptop oder sogar von unterwegs mit mobilen Endgeräten wie Smartphone oder Tablet. Auch der Spielbankenbetreiber Westdeutsche Spielbanken GmbH & Co. KG hat deshalb stetig sinkende Umsatzzahlen zu verzeichnen. 1998 betrug der Umsatz noch umgerechnet etwa 179 Millionen Euro. Von 176 Millionen Euro im Jahr 2007 sanken die Umsätze auf nur noch 107 Millionen Euro im Jahr 2012. Erwirtschaftet haben diesen Umsatz insgesamt fünf Spielbanken und eine Automaten-Dependance:

· Spielbank Aachen

· Spielbank Bad Oeynhausen

· Spielbank Bremen

· Automatenspiel Bremerhaven

· Spielbank Hohensyburg, Dortmund

· Spielbank Duisburg

· Spielbank Erfurt

Ein Konzept, diese Entwicklung aufzuhalten, ist die Eröffnung weiterer Filialen. Die Umsätze pro Spielbank sind nach Abzug aller Kosten immer noch hoch genug, um wirtschaftlich zu sein.

Auf der anderen Seite hat WestSpiel die Spielbank Erfurt nach Ablauf der Konzession im Jahre 2014 geschlossen, weil sich kein Käufer dafür fand. Es war die bis zu diesem Zeitpunkt einzige staatlich konzessionierte Spielbank in Thüringen. Eine hohe Spielbankabgabe und die Konkurrenz von Spielhallen und den Glücksspielangeboten im Internet sorgten am Ende dafür, dass die Spielbank Erfurt rote Zahlen schrieb. Auch das staatlich verordnete Rauchverbot und die Überprüfung der persönlichen Daten schreckte die Kunden mehr und mehr ab. Ein Sprecher von WestSpiel äußerte diesbezüglich, "man wolle sich angesichts von Millionen-Verlusten auf die Casinos in Nordrhein-Westfalen konzentrieren."

Deutliches West-Ost-Gefälle an Spielbanken

Von den aktuell 66 deutschen Spielbanken befinden sich lediglich acht in den neuen Bundesländern. Dabei wurde von den fünf Berliner Spielbanken nur die Spielbank am Fernsehturm im ehemals zu Ost-Berlin gehörenden Gebiet dazugezählt. Zwei Spielbanken befinden sich in Sachsen-Anhalt, drei in Sachsen und zwei in Brandenburg . Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen verfügen derzeit über keine Spielbank mehr.

Die meisten Spielbanken hat mit zehn das Bundesland Niedersachsen aufzuweisen, gefolgt von neun Spielbanken in Bayern und sieben im Saarland. Es folgen:

· Rheinland-Pfalz: sechs Spielbanken

· Schleswig-Holstein und Berlin: je fünf Spielbanken

· Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen: je vier Spielbanken

· Baden-Württemberg: drei Spielbanken

· Bremen: zwei Spielbanken

Als Betreiber treten fast ausnahmslos staatliche Firmen auf. Eine Ausnahme bildet hier die Merkur Spielbanken Sachsen-Anhalt GmbH & Co. KG, die ein Tochterunternehmen der privat geführten Gauselmann Gruppe ist. Das Unternehmen betreibt zwei Merkur Spielbanken in Magdeburg und Leuna-Günthersdorf bei Halle.