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| 15:24 Uhr

Premiere
Traumschiff voller Wirrungen

„MS Madagaskar“: Verwicklungen mit Intrigen, Liebeleien und unfähiger Schiffsführung.
„MS Madagaskar“: Verwicklungen mit Intrigen, Liebeleien und unfähiger Schiffsführung. FOTO: Rasche FOTOGRAFIE / Steffen Rasche
großkoschen. Die „MS Madagaskar II“ ist im Amphitheater Großkoschen erfolgreich in See gestochen. Von Jürgen Weser

Die „MS Madagaskar II“ ist am Wochenende als Produktion der Neuen Bühne am Senftenberger See „Auf zu neuen Ufern“ in die Amphitheatersaison 2018 gestartet. Von Susanne Ockert geschrieben und Winfried Schneider inszeniert, möchte die Schlagerette an die erfolgreiche erste Seefahrt der „MS Madagaskar“ anknüpfen. Die Premiere fand den stürmischen Beifall des Publikums, die mit den Akteuren gern durch die menschlichen Wirrungen auf hoher See mithilfe des vielseitigen Schlagerkompasses manövrierten. Ein nicht ganz gefülltes Amphitheater mochten dem Finale der Fußball-Champions League geschuldet gewesen sein.

Mit schmissiger Marschmusik schickte die Damenkapelle „On The Rocks“ den Kapitän mit alter und neuer Crew und bekannten wie neuen Passagieren „auf die Reise… zum Städtele hinaus.“ Dabei ist Kapitän Caspar (Mirko Warnatz) nicht nur wegen des Möwenschisses auf die schöne Uniform genervt. Die Erfahrungen des neuen 1. Offiziers (Roland Kurzweg) stammen vom Geierswalder See. Prompt schrammt er an der angesteuerten Traumzielinsel Mokupuku vorbei. Die neue Schiffsärztin (Alrun Herbig) schmuggelt ihren Vater und gescheiterten Versicherungsvertreter Holm (Friedrich Rößiger) als blinden Passagier an Bord, das Ehepaar Strotzer (Catharina Struwe und Hans-Peter Rößiger) intrigiert für das vermeintliche Liebesglück ihres Schwagers (Jan Schönberg) und singt „liebevoll“ im Duett „Wie schön wär die Welt für mich ohne dich!“  Chefstewardess Monika (Marianne Helene Jordan) stürzt sich mit Exgeliebtem Holm im Beiboot ins „Abenteuerland“. Der soll seine Ex-Frau von der Insel retten. Zum Glück taucht sie (Hanka Mark) dank Voodoo-Zauber auf der „Madagaskar II“ auf und bezaubert nicht nur mit „Merci Cherie“ das Publikum. Auch die alleinreisende Dame (Sybille Böversen) mischt im „Zauberland“ mit. Das Publikum hat Mühe, den Verwicklungen zu folgen, durch die das Schiff ohne Führung umhertreibt, der Kalauer Kuschler „anschmiegsame Damen“ sucht und sogar der Pest an Bord in Gestalt von Linda Weiß (Anna Schönberg) vom Finanzamt Calau getrotzt werden muss. Aber Linda kämpft „Tausend mal berührt“ mit Handyentzugserscheinungen und will zum Glück „lieber keinen Mann, der alles kann“, sondern einen für das „Warmduschen zu zweit“.

Der Zuschauer muss all diese Verwicklungen mit Intrigen, Liebeleien und unfähiger Schiffsführung gar nicht verstehen, er hat Spaß an den von den Schauspielern mit großer Spiellust zelebrierten Wirrungen, an den fantasievollen Kostümen (Mike Hahne) und vor allem an einem gelungenen Schlagerabend. „Wochenend und Sonnenschein“ passen am Senftenberger See und auf der Amphitheaterbühne prima zusammen. Die Regie schafft es, alle Verwirrungen mit den entsprechenden Songs von Helene Fischer über Queen bis Karat zu untermalen und aufzulösen. Das überzeugt umso mehr, weil die gesanglichen Leistungen der Schauspieler toll sind und die Damenkapelle „On The Rocks“ das Ganze bestens anzuheizen versteht. Mit „We will Rock you“ hat die Crew doch „Alles im Griff“ auf dem nicht sinkenden Schiff, läuft im Finale zu Höchstform auf und schickt die MS Madagaskar II Passagiere mit einem „Hoch auf dieses Leben“ nach Hause.

Bleibt  zu hoffen, dass bei den nächsten Terminen (1./2./15./16. Juni jeweils 19.30 Uhr; 3./17. Juni 18 Uhr; 5./6. Juli, 23. und 24. August jeweils 19.30 Uhr) möglichst viele Zuschauer-„Kabinen“ im Amphitheater mit abenteuerlustigen und schlagerfreudigen Passagieren gefüllt sind. Die Crew hat es verdient!